Dänische Stadt verbannt Einweg-Kaffeebecher mit Pfandsystem
In Aarhus zahlt man für den Kaffee to go Pfand auf einen wiederverwendbaren Becher – 89 Prozent kommen zurück.

Wer in einer der Mensen der dänischen Universität Aarhus einen Kaffee to go bestellt, bekommt keinen Wegwerfbecher mehr, sondern zahlt fünf dänische Kronen – umgerechnet rund 70 Cent – Pfand auf einen wiederverwendbaren Becher aus Polypropylen. Der Hintergrund: In Dänemark landen im Schnitt 820.000 Einwegbecher pro Tag im Müll, sie machen dort 40 bis 45 Prozent des gesamten Abfallaufkommens aus.
Seit 2024 läuft in Aarhus deshalb ein stadtweites Pilotprojekt der Kommune zusammen mit dem norwegischen Verpackungsunternehmen Tomra: Über 27 Rückgabeautomaten stehen verteilt in der Innenstadt, an der Königlichen Bibliothek und auf dem Universitätscampus. Nutzerinnen und Nutzer geben ihren Becher dort einfach zurück und bekommen ihr Pfand ausgezahlt. Andere Städte wie Lissabon, Dubai oder Freiburg haben ähnliche Programme schon versucht, scheiterten aber oft daran, dass Sammeln, Reinigen und erneutes Ausgeben der Becher zu aufwendig war.
Aarhus hat dieses Problem gelöst, indem die Rückgabestationen flächendeckend über die ganze Stadt verteilt wurden – die Hürde für die Rückgabe ist dadurch minimal. Das Ergebnis: 2025 kamen 89 Prozent aller ausgegebenen Becher tatsächlich zurück in den Kreislauf. Die Organisatoren haben zudem bewusst darauf geachtet, dass der Becherpreis nah am Preis eines Einwegbechers liegt, weil sich zeigt, dass sich viele Menschen am Ende vor allem am Preis orientieren. Manche Studierende bringen inzwischen sogar ihren eigenen Becher von zu Hause mit und nutzen ihn wie ein privates Trinkgefäß.
Das Pilotprojekt zeigt damit, dass sich Einwegplastik in Städten tatsächlich zurückdrängen lässt – wenn das System einfach genug gestaltet ist. Sollte sich der hohe Rückgabewert langfristig bestätigen, könnte das Modell zur Vorlage für andere Städte werden, die bislang an der Logistik gescheitert sind.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„Eine dänische Stadt hat Einweg-Kaffeebecher fast abgeschafft – mit Pfandbechern, die zu 89 Prozent zurückkommen."
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