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Feuchtgebiete klären täglich 900 Millionen Liter Abwasser

Ein 12.500 Hektar großes Feuchtgebiet reinigt täglich 900 Millionen Liter Abwasser aus Kolkata – ganz ohne Kläranlage.

Wenn eine Stadt wächst, wächst auch die Menge an Abwasser, die gereinigt werden muss – normalerweise mit teuren Kläranlagen, die viel Energie und Beton brauchen. Die ostindische Millionenstadt Kolkata hat dieses Problem auf ungewöhnliche Weise gelöst: Direkt vor den Toren der Stadt liegen die East Kolkata Wetlands, ein rund 12.500 Hektar großes Mosaik aus Teichen, Kanälen, Sümpfen und Ackerland, das von der Ramsar-Konvention als international bedeutsames Feuchtgebiet geschützt ist.

Über unterirdische Rohre und Pumpstationen fließt das städtische Abwasser aus Ost-Kolkata direkt in dieses Gebiet. Dort übernimmt die Natur die Reinigungsarbeit: Feststoffe setzen sich als nährstoffreicher Schlamm ab und werden zu Dünger kompostiert, Sonnenlicht reichert das Wasser mit Sauerstoff an, und Wasserpflanzen, Plankton und Mikroben bauen die organischen Schadstoffe ab. Auf diese Weise reinigt das Feuchtgebiet nach Angaben von Forschenden täglich rund 900 Millionen Liter Abwasser – ganz ohne Strom oder teure Technik.

„Das ist ein rein natürliches Abwasser-Reinigungssystem, das Kolkata davor bewahrt, deutlich größere, teure Hightech-Kläranlagen bauen und betreiben zu müssen", sagt der Biologe Susanta Kumar Chakraborty, der die Wetlands in einem Fachbuch über den Ramsar-Standort beschrieben hat. Er nennt sie das größte natürliche Abwasser-Recyclingsystem der Welt.

Von dem gereinigten, nährstoffreichen Wasser profitieren auch die Menschen vor Ort direkt: Fischzüchter wie Gagan Das pachten Teiche, um darin Karpfen für den Kolkataer Markt großzuziehen – ein einträgliches Geschäft, solange genug Abwasser als natürlicher Dünger nachfließt. Zusätzlich fängt das Feuchtgebiet bei starken Regenfällen Hochwasser ab und schützt die Stadt so auch vor Überschwemmungen.

Das System ist keine neue Erfindung, sondern über Jahrzehnte gewachsen: Fischerinnen und Fischer sowie Landwirtinnen und Landwirte haben die natürlichen Kreisläufe der Feuchtgebiete über Generationen weiterentwickelt und an die wachsende Stadt angepasst. Umweltschützerinnen und Umweltschützer sehen darin ein Modell auch für andere schnell wachsende Städte in Asien und Afrika, die vor ähnlichen Herausforderungen bei der Abwasserentsorgung stehen.

Das Beispiel zeigt, wie eine wachsende Millionenstadt auf natürliche Infrastruktur statt auf teure Technik setzen kann – und dabei gleichzeitig Tausenden Menschen wie Das ein Einkommen sichert.

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„Eine indische Millionenstadt reinigt ihr komplettes Abwasser nicht mit Technik, sondern mit einem riesigen Feuchtgebiet voller Fischteiche."

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