Kontrolliertes Feuer schützt Mammutbäume vor großen Waldbränden
Kontrollierte Brände im Unterholz verhindern Großfeuer, die den ältesten Mammutbäumen der Erde sonst den Tod bringen.
Die Mammutbäume der Sierra Nevada in Kalifornien zählen zu den größten und ältesten Lebewesen der Erde – die ältesten von ihnen sind mehrere tausend Jahre alt und haben unzählige frühere Waldbrände überstanden. Ihre dicke, faserige Rinde hat sich über sehr lange Zeiträume genau an moderate, regelmäßige Bodenfeuer angepasst, wie sie früher natürlicherweise etwa durch Blitzschlag entstanden. Das Problem: Weil solche kleinen Feuer über Jahrzehnte konsequent gelöscht wurden, hat sich am Waldboden immer mehr brennbares Unterholz angesammelt. Kommt es heute zu einem Brand, trifft er nicht mehr auf einen aufgeräumten Wald, sondern auf dichten, brennstoffreichen Bewuchs – begünstigt durch die Klimakrise, die Wälder trockener macht, wachsen daraus zunehmend Großbrände, die selbst jahrtausendealte Bäume töten können.
Genau hier setzt die neue Forschung an, über die das Anthropocene Magazine berichtet: Sie hat erstmals systematisch quantifiziert, wie stark gezielt gelegte, kontrollierte Feuer – sogenannte prescribed fires – die Sterblichkeit der Riesenmammutbäume bei späteren, unkontrollierten Waldbränden senken. Bei einem solchen kontrollierten Feuer zünden Forstleute das überschüssige Unterholz gezielt an, und zwar nur dann, wenn Wetter und Bodenfeuchte ein sicheres, niedrig brennendes Feuer erlauben. Dadurch wird genau der Brennstoff entfernt, der ein späteres Feuer sonst zu einer unkontrollierbaren, baumtötenden Katastrophe anwachsen lassen würde. Die Studie liefert damit erstmals belastbare Zahlen dafür, wie wirksam diese paradox klingende Methode tatsächlich ist – Feuer legen, um vor Feuer zu schützen.
Das ist mehr als eine akademische Fußnote. Forstbehörden in Kalifornien mussten Entscheidungen über kontrollierte Brände bislang oft ohne harte Zahlen zur tatsächlichen Schutzwirkung treffen, während Sequoia-Wälder gleichzeitig unter einer wachsenden Zahl extremer Waldbrände leiden. Mit einer belegten Wirkungsgröße lässt sich die Praxis leichter rechtfertigen, ausweiten und gezielt dort einsetzen, wo sie den größten Nutzen bringt. Für eine Baumart, die sich nur extrem langsam vermehrt und deren älteste Exemplare unersetzlich sind, kann eine solche evidenzbasierte Schutzstrategie über das Überleben ganzer Bestände entscheiden.
Die Erkenntnisse liefern damit ein Werkzeug für eine Zukunft, in der der Klimawandel Wälder in vielen Regionen der Welt trockener und Feuersaisons länger macht. Wenn klar ist, wie genau und wie stark kontrollierte Feuer wirken, können Forstverwaltungen ihre begrenzten Ressourcen gezielter einsetzen – und damit einige der ältesten und größten Lebewesen des Planeten auch für kommende Generationen erhalten.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„Krass: Um die größten Bäume der Welt vor Feuer zu retten, zünden Forscher gezielt kleinere Feuer in ihrer Nähe an – und es funktioniert."
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