Massachusetts hebt als zehnter US-Staat Abtreibungsfrist auf
Bislang galt eine feste Frist für Abbrüche – Massachusetts hebt sie als zehnter US-Bundesstaat komplett auf.
Massachusetts hat als zehnter US-Bundesstaat die gesetzliche Frist für Schwangerschaftsabbrüche aufgehoben.
In den Vereinigten Staaten regelt traditionell jeder Bundesstaat für sich, unter welchen Bedingungen ein Schwangerschaftsabbruch möglich ist. Ein zentrales Instrument dabei war bislang eine feste zeitliche Frist: Ab einem bestimmten Punkt der Schwangerschaft galt ein Abbruch als nicht mehr zulässig, unabhängig davon, aus welchem Grund eine Frau ihn wollte oder brauchte.
Genau diese Obergrenze gibt es in Massachusetts nun nicht mehr. Damit entscheidet allein die betroffene Frau gemeinsam mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt, ob und wann ein Abbruch vorgenommen wird, unabhängig vom Schwangerschaftsstadium.
Für die Praxis bedeutet das vor allem: Frauen, die etwa aus medizinischen Gründen erst spät in der Schwangerschaft vor dieser Entscheidung stehen, werden nicht mehr durch eine starre gesetzliche Grenze eingeschränkt.
Massachusetts ist mit diesem Schritt nicht allein. Der Bundesstaat ist bereits der zehnte in den USA, der eine solche Frist vollständig gestrichen hat. Das zeigt einen klaren strukturellen Trend: Immer mehr Bundesstaaten bauen gesetzliche Hürden beim Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen ab, statt sie zu verschärfen.
Strukturell relevant ist das vor allem deshalb, weil eine Gesetzesänderung anders als eine Einzelentscheidung dauerhaft wirkt: Sie gilt für alle Frauen in Massachusetts, nicht nur für einen Einzelfall. Für die reproduktive Selbstbestimmung – also das Recht, selbst über den eigenen Körper und die eigene Schwangerschaft zu entscheiden – ist das ein handfester Fortschritt.
Gleichzeitig bleibt die Rechtslage in den USA insgesamt sehr uneinheitlich: Je nach Bundesstaat unterscheiden sich die Regeln zu Schwangerschaftsabbrüchen teils erheblich. Massachusetts setzt mit der Streichung der Frist nun einen klaren Kontrapunkt zu Bundesstaaten, die den Zugang eher einschränken.
Ob weitere Bundesstaaten diesem Beispiel folgen, wird sich zeigen. Der Trend der vergangenen Zeit deutet aber genau in diese Richtung.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
So erzählst du es weiter
„Massachusetts hat gerade als zehnter US-Bundesstaat die gesetzliche Frist für Schwangerschaftsabbrüche komplett gestrichen."
Magst du solche Geschichten?
Hol dir jeden Morgen eine — kuratiert, belegt, werbefrei. Kein Doomscrolling.
Weiteres aus gesundheit
HPV-Impfung eliminiert fast Gebärmutterhalskrebs
Erstmals starb in England keine Frau unter 30 an Gebärmutterhalskrebs – die Impfung rettet Leben.
124 Millionen Haushalte in Indien haben jetzt Leitungswasser
In sechs Jahren stieg der Anteil ländlicher Haushalte mit Wasseranschluss in Indien von 17 auf über 80 Prozent.
Guinea-Wurm-Fälle auf historischem Tief: Nur 10 Infektionen 2025
Die parasitäre Krankheit steht kurz vor der Ausrottung – ein Meilenstein der globalen Gesundheit.