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klima Mauretanien · MR

Mauretanischer Nationalpark schützt Fischbestände

Ökonomischer Wert des Parks als Argument für mehr Investitionen in Schutz und lokale Gemeinschaften.

Vor der Küste Mauretaniens liegt einer der fischreichsten Meeresabschnitte der Welt. Sardinen, Makrelen und Seehecht locken Flotten aus China, Europa und Russland an. Rund 23 Prozent der mauretanischen Exporte entfielen 2024 auf Fisch und Meeresfrüchte, hinzu kommen Einnahmen aus Fischereilizenzen – allein die EU zahlt jährlich zwischen 58 und 61 Millionen Euro für das Recht, in mauretanischen Gewässern zu fischen. Doch einige Bestände sind bereits überfischt.

Mitten in diesem Gebiet liegt der Parc National du Banc d'Arguin, ein 12.000 Quadratkilometer großes Schutzgebiet – fast so groß wie Schleswig-Holstein. Seit 1976 ist die Fischerei hier streng reguliert: Nur die lokale Gemeinschaft der Imraguen darf fischen, und zwar nur mit traditionellen hölzernen Segelbooten für den Eigenbedarf. Moderne Plastiknetze sind verboten. Park-Ranger wie Jemal Brahimi Bah patrouillieren die Küste und bergen illegale Netze. „Diese Netze sind Erdölprodukte. Wenn sie sich losreißen, zersetzen sie sich nicht mit der Zeit“, erklärt Bah. Sein Beruf erfülle ihn mit Stolz – es sei ehrenhaft, die Natur zu bewahren.

Doch der Park steht unter Druck. Die Imraguen fangen immer größere Mengen, um ihre Familien zu ernähren und den Kindern Schulbildung in den Städten zu finanzieren. In den Dörfern gibt es weder Wasser noch Strom oder medizinische Versorgung. Parkdirektor Nami Salihy hat Verständnis für die Notlage: „Erlaubt ist nur die Subsistenzfischerei. Aber seien wir realistisch: Die Imraguen brauchen mehr als das, um leben zu können.“ Er arbeitet an einem Projekt, das Wasser, Strom, Schulen und Gesundheitsversorgung in die Dörfer bringen soll. Zudem plant er eine Recyclingkette für das angespülte Plastik, um Arbeitsplätze zu schaffen.

Um die Regierung von höheren Zuwendungen zu überzeugen, setzt Salihy auf ein starkes Argument: den ökonomischen Wert des Parks. Der Umweltökonom Ewan Trégarot und sein Team haben die Ökosystemleistungen der Banc d'Arguin berechnet. „Der Ansatz fußt auf der Idee, dass die Natur Güter und Dienstleistungen produziert, die uns Menschen Nutzen bringen“, erklärt Julian Sagebiel vom German Centre for Integrative Biodiversity Research. Die Studie soll sichtbar machen, wie viel der Park tatsächlich wert ist – nicht nur für die Fischerei, sondern auch als Kinderstube für Fische, die später in ganz Westafrika gefangen werden, als Rastplatz für Millionen Zugvögel aus Nordeuropa und als CO2-Speicher durch seine Seegraswiesen. Die Hoffnung: Wenn der Nutzen beziffert ist, fließt mehr Geld in Schutz und nachhaltige Entwicklung.

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„Ein Nationalpark, der so viel wert ist, dass sich Schutz sogar finanziell lohnt – und das hilft auch den Menschen vor Ort."

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