Ratten von Insel entfernt: Natur erholt sich rasant
Nach nur einem Jahr ohne Ratten kehren Seevögel zurück und die Biodiversität steigt messbar.
Ratten sind auf vielen Inseln der Welt eine Katastrophe für die Tierwelt. Die Nager fressen Eier und Küken von Seevögeln und dezimieren so ganze Kolonien. Auf der Insel Ulong in Palau waren die Ratten so zahlreich, dass sie sogar tagsüber zu sehen waren – ein Zeichen für eine massive Überpopulation. Für die Seevögel blieb kaum ein Nest verschont.
Ein Team der US-Organisation Island Conservation beschloss, die Insel von den invasiven Ratten zu befreien. Dazu entwarfen die Forscher ein Experiment: Auf Ulong wurden alle Ratten entfernt, während die benachbarte Insel Ngeruktabel als Kontrollgebiet diente. Vor der Aktion sammelten die Wissenschaftler Daten zur Artenvielfalt – auf dem Land und im Meer. Sie zeichneten Vogelrufe auf, nahmen Bodenproben und maßen die Fischbiomasse und Korallenbedeckung im umliegenden Wasser.
Ein Jahr später wiederholten sie die Messungen – und staunten. Die Zahl der Seevögel, insbesondere der Zügelseeschwalben (Onychoprion anaethetus), war sprunghaft angestiegen. Die Vogelrufe, die zuvor kaum zu hören waren, erfüllten nun die Insel. Auch die Bodenqualität und die Meeresumwelt zeigten erste Verbesserungen. Die Forscher hatten erwartet, dass eine Erholung Jahrzehnte dauern würde – doch die Natur reagierte viel schneller.
Diese Studie ist die erste, die experimentell belegt, dass die Entfernung invasiver Ratten nicht nur den Vögeln hilft, sondern das gesamte Ökosystem rascher regeneriert als gedacht. Das ist eine gute Nachricht für den Artenschutz: Viele Inseln weltweit leiden unter Rattenplagen. Wenn die Erholung so schnell einsetzt, lohnt sich der Aufwand für Entratungsaktionen umso mehr. Die Forscher hoffen, dass ihre Ergebnisse weitere Schutzprojekte auf anderen Inseln anstoßen.
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- Archiv vor September 2026, nicht nach heutigem Verfahren geprüft. Berichtet von Mongabay.