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Renaturierter Bach lässt mehr junge Lachse überleben

Restaurierte Feuchtgebiete geben jungen Lachsen mehr Nahrung und Schutz: Die Überlebensrate stieg von 1 auf 2,6 Prozent.

An der Redwood-Küste Kaliforniens fließt der Prairie Creek durch einen der letzten Rückzugsorte für drei bedrohte Lachsarten: den kalifornischen Küsten-Chinook, die nordkalifornische Regenbogenforelle (auch Steelhead genannt) und den Coho-Lachs, dessen Bestand im vergangenen Jahrhundert um 90 Prozent eingebrochen ist. Wo früher Fracht für ein Sägewerk verladen wurde, liegen heute wieder Feuchtgebiete, Teiche und Seitenarme des Baches – das Ergebnis eines Wiederherstellungsprojekts, das die US-Meeres- und Fischereibehörde NOAA gemeinsam mit einem breiten Bündnis aus Naturschutzorganisationen seit mehr als zehn Jahren vorantreibt.

Der Grund für den Eingriff ist einfach erklärt: Menschliche Eingriffe hatten den Bach begradigt und von seiner natürlichen Umgebung abgeschnitten. Jungen Lachsen fehlten dadurch die langsam fließenden, geschützten Bereiche, in denen sie normalerweise Nahrung finden und sich vor Fressfeinden verstecken. Das Team stellte deshalb die ursprüngliche Bepflanzung wieder her, schuf erneut ruhige Wasserzonen und verband den Bach wieder mit seiner Aue – der Fläche neben dem Wasser, die bei Hochwasser überflutet wird.

„In bestimmten Bereichen und Jahren wuchsen die Fische in den wiederhergestellten Zonen bis zu doppelt so schnell“, sagt Carter Adamson, ein Fischbiologe der Pacific States Marine Fisheries Commission, der das Wachstum der Tiere untersucht hat. Das klingt zunächst nach einem technischen Detail, hat aber weitreichende Folgen: Je schneller ein junger Lachs wächst, desto größer sind seine Chancen, die gefährliche Wanderung ins offene Meer zu überstehen, dort mehrere Jahre zu überleben und später als ausgewachsenes Tier in seinen Heimatbach zurückzukehren, um sich fortzupflanzen.

Forschende der Universität Cal Poly Humboldt haben die Lachse vor, während und nach den Bauarbeiten begleitet. Dafür markierten sie einzelne Fische mit winzigen Mikrochips, um ihr Wachstum, ihre Bewegungen und ihr Überleben nachzuverfolgen. Die bisherigen Zahlen sind ermutigend: Laut NOAA kehrten 2,6 Prozent der jungen Coho-Lachse aus dem Jahrgang 2023 nach ihrer Zeit im Meer als erwachsene Tiere zum Laichen zurück – frühere Schätzungen lagen bei etwa 1 Prozent.

Ganz sicher ist der Erfolg noch nicht, denn die Bedingungen im Meer schwanken von Jahr zu Jahr stark und beeinflussen, wie viele Lachse überleben. Deshalb wollen die Wissenschaftler das Monitoring an Prairie Creek mindestens bis 2028 fortsetzen, um zu klären, ob aus größeren, schneller wachsenden Jungfischen langfristig auch tatsächlich mehr zurückkehrende erwachsene Lachse werden. Bislang jedoch bestätigt sich, was das Team erwartet hatte: Gibt man jungen Lachsen ruhiges Wasser, reichlich Nahrung und Verstecke, nutzen sie diesen Lebensraum nicht nur – sie gedeihen dort.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Ein renaturierter Bach in Kalifornien lässt junge Lachse doppelt so schnell wachsen – die Rückkehrquote stieg von 1 auf 2,6 Prozent."

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