US-Gericht stoppt Kohlebergbau-Schlupfloch im Artenschutzgesetz
Kohleminen müssen künftig nachweisen, dass sie bedrohte Arten nicht gefährden – ein Sieg für Flüsse und Tiere in den Appalachen.

Ein Bundesgericht in Washington D.C. hat ein Schlupfloch geschlossen, das Kohlebergwerken jahrelang erlaubte, den Artenschutz zu umgehen. Konkret ging es um den Endangered Species Act, ein US-Gesetz, das bedrohte Tier- und Pflanzenarten schützt. Es schreibt vor, dass Unternehmen vor dem Bau prüfen müssen, ob ihre Aktivitäten geschützte Arten gefährden – und wenn ja, wie sie den Schaden begrenzen können.
Doch für Kohleminen galt seit 2020 eine Sonderregel: Sie durften ein stark vereinfachtes Verfahren nutzen, das keine solche Schadensanalyse vorschrieb. Die Folge: Minenbetreiber konnten jahrelang ohne wirksame Auflagen Kohle abbauen, ohne die Folgen für seltene Arten zu untersuchen. Das Center for Biological Diversity, eine Umweltorganisation, klagte dagegen – und bekam nun recht.
Das Gericht erklärte die Sonderregelung für illegal. „Das ist ein unglaublich wichtiger Sieg für die Flüsse und Bäche der Appalachen und für die Menschen und Tiere, die von ihnen abhängen“, sagte Jared Margolis, Anwalt des Centers. Die Entscheidung zwingt Kohleminen nun dazu, ihre Auswirkungen auf die Umwelt vollständig zu erfassen und Maßnahmen zum Schutz bedrohter Arten zu ergreifen.
Besonders betroffen sind Arten wie der Guyandotte-River-Flusskrebs und der Candy Darter, ein bunter Fisch, die in den Gewässern der Appalachen leben. „Diese Arten sind Frühwarnsysteme für uns alle. Sie brauchen sauberes Wasser – und wir brauchen es auch“, sagte Willie Dodson von der Organisation Appalachian Voices, die ebenfalls klagte.
Die Entscheidung hat überregionale Bedeutung: Sie gilt für alle Kohleminen in den USA, die sich auf die nun gekippte Regelung gestützt hatten. Umweltorganisationen sehen darin einen wichtigen Präzedenzfall, der zeigt, dass der Artenschutz auch gegen wirtschaftliche Interessen durchgesetzt werden kann.
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„Ein Gericht hat entschieden: Kohleminen müssen jetzt nachweisen, dass sie keine seltenen Tiere ausrotten – endlich ein Sieg für die Natur!"
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