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Video-Nachhilfe wirkt so gut wie echte – und hilft allen Kindern gleich

Online-Nachhilfe per Video galt seit der Pandemie als Notlösung.

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Online-Nachhilfe per Video galt seit der Pandemie als Notlösung.

Virtuelle Nachhilfe per Video galt lange als Notlösung aus der Pandemie. Eine neue Studie der Johns Hopkins University zeigt nun: Wenn sie richtig gemacht wird, ist sie genauso wirksam wie persönliche Förderung.

Die Forscherin Amanda Neitzel untersuchte das Programm AirReading, bei dem zertifizierte Lehrkräfte Grundschüler in Kleingruppen von bis zu vier Kindern per Video unterrichten – viermal pro Woche, 30 Minuten lang. Das Ergebnis: Die Kinder machten im Schnitt 2,8 Monate mehr Lernfortschritt als ihre Mitschüler ohne zusätzliche Förderung. Das entspricht einem Sprung von etwa 11 Prozentpunkten nach oben.

Besonders bemerkenswert: Der Erfolg war unabhängig von Herkunft oder Förderbedarf. Kinder mit Migrationshintergrund, solche mit sonderpädagogischem Förderbedarf und wirtschaftlich benachteiligte Schüler profitierten genauso stark wie andere. „Das ist selten bei Bildungsmaßnahmen“, sagt Neitzel. „Oft helfen sie vor allem denen, die ohnehin schon gut dastehen.“

Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Regelmäßigkeit. Wer mindestens 56 Sitzungen besuchte, machte deutlich größere Fortschritte als Kinder mit weniger Teilnahmen. „Nachhaltige Förderung ist entscheidend, besonders in den ersten Schuljahren, wo sich Fähigkeiten Schritt für Schritt aufbauen“, erklärt die Forscherin.

Die Ergebnisse kommen zu einem Zeitpunkt, an dem viele Schulbezirke in den USA ihre Pandemie-Hilfsgelder aufgebraucht haben und Förderprogramme zusammenstreichen. Neitzel plädiert dafür, virtuelle Nachhilfe fest in den Schulhaushalten zu verankern – „wie Schulbücher“. Erste Bundesstaaten setzen darauf: Louisiana hat einen 15-Millionen-Dollar-Zuschuss erhalten, um AirReading auf 4.500 Kinder auszuweiten. Massachusetts finanziert ähnliche Programme an 272 Grundschulen.

Eine Folgestudie gibt zusätzlichen Anlass zur Hoffnung: 85 Prozent der Kinder, die das Programm mit ausreichenden Lesefertigkeiten abschlossen, waren ein Jahr später immer noch auf diesem Niveau. Virtuelle Nachhilfe, so die Botschaft, ist kein Notbehelf mehr – sie ist ein wirksames Werkzeug, um Bildungslücken zu schließen.

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Archiv vor September 2026, nicht nach heutigem Verfahren geprüft. Berichtet von Johns Hopkins Hub.