Weltweite Solarenergie erreicht drei Billionen Watt
In nur zwei Jahren kam die dritte Billion Watt Solarleistung dazu – vor allem ärmere Länder treiben den Ausbau voran.

Ein Terawatt ist eine unvorstellbar große Menge Strom – ungefähr so viel, wie die gesamten USA im Durchschnitt gleichzeitig verbrauchen. Nach dieser Maßeinheit lässt sich der Fortschritt der Solarenergie messen, und im März 2026 hat die Welt einen bemerkenswerten Meilenstein erreicht: die dritte Billion Watt an installierter Solarleistung, wie das Analysehaus BloombergNEF berichtet.
Der Weg dorthin zeigt, wie sehr sich das Tempo beschleunigt hat. Nach der Erfindung der Silizium-Solarzelle 1954 dauerte es fast siebzig Jahre, bis 2022 die erste Billion Watt installiert war. Die zweite kam bereits 2024 dazu, die dritte nun binnen weiterer zwei Jahre. Ursprünglich trieben vor allem wohlhabende Länder den Ausbau voran, die erneuerbare Energien staatlich subventionierten.
Inzwischen hat sich das Bild gedreht. China ist zum weltweit größten Solarproduzenten aufgestiegen und exportiert günstige Solarmodule in die ganze Welt. Das zeigt sich besonders deutlich in Ländern, die von steigenden Energiepreisen hart getroffen wurden, etwa in Pakistan, Nigeria und Kuba. Dort kaufen Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer zunehmend importierte Solarpanels, weil Strom aus fossilen Quellen für sie unbezahlbar geworden ist. Der Boom bringt Folgeeffekte mit sich: Länder wie Pakistan bauen jetzt auch neue Stromleitungen und Batteriespeicher aus, um überschüssigen Solarstrom zu speichern und dorthin zu transportieren, wo er gebraucht wird.
China selbst, das für mehr als die Hälfte aller weltweiten Solar-Installationen verantwortlich ist, hat laut dem Thinktank Ember seine Batteriespeicherkapazität im vergangenen Jahr verdoppelt. Im neuesten Fünfjahresplan der chinesischen Regierung ist zudem festgeschrieben, den Ausbau erneuerbarer Energien durch noch mehr Speicherkapazität weiter voranzutreiben. BloombergNEF erwartet, dass dieses Tempo anhält: Bis 2036 soll die Welt neun Billionen Watt an Solarleistung erreichen. Besonders bemerkenswert an dieser Prognose ist, dass ärmere Länder dann insgesamt mehr Solarleistung installiert haben sollen als reiche Länder – trotz Chinas anhaltender Dominanz als größter Einzelmarkt. Der Wandel zeigt: Die Energiewende ist längst kein Projekt reicher Industrienationen mehr, sondern wird zunehmend von den Ländern angetrieben, die am stärksten unter hohen Energiepreisen leiden.
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„Die Welt hat gerade die dritte Billion Watt Solarstrom installiert – angeführt nicht vom reichen Westen, sondern von Pakistan, Nigeria und Kuba."
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