Abholzung im Amazonas so niedrig wie seit 13 Jahren nicht
Satellitendaten zeigen: Die Rodung im brasilianischen Regenwald sank um 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Der Amazonas-Regenwald gilt als einer der wichtigsten Klimapuffer der Erde: Seine Bäume speichern gewaltige Mengen an Kohlendioxid und beherbergen eine der artenreichsten Regionen des Planeten. Wird er gerodet, verschwindet nicht nur Lebensraum für Tiere und Pflanzen, sondern es entweicht auch gespeichertes CO2 in die Atmosphäre.
Neue Satellitendaten aus Brasilien liefern nun eine seltene gute Nachricht: Die Abholzung im brasilianischen Amazonas ist auf den niedrigsten Stand seit 13 Jahren gefallen. Das brasilianische Weltraumforschungsinstitut INPE registrierte mit seinem Schnellwarnsystem DETER zwischen dem 1. August 2025 und dem 31. Juli 2026 insgesamt 2.874 Quadratkilometer gerodete Fläche – eine Fläche etwa so groß wie das Saarland.
Das liegt 36 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums und 55,6 Prozent unter dem Durchschnitt des vorangegangenen Jahrzehnts. Es ist der niedrigste Wert, seit INPE das aktuelle DETER-System im Jahr 2015 einführte; rechnet man das Vorgängersystem mit ein, waren die Alarmwerte zuletzt im Zeitraum 2012/13 niedriger, mit damals 2.766 Quadratkilometern.
DETER ist als Frühwarnsystem konzipiert: Es wertet Satellitenbilder aus, um neue Rodungen so schnell zu erkennen, dass Behörden noch eingreifen können, bevor größerer Schaden entsteht. Es unterscheidet sich von PRODES, dem höher auflösenden Jahressystem, das die offizielle Abholzungsrate Brasiliens liefert und dessen vorläufige Zahlen für den aktuellen Zeitraum erst im Oktober oder November erwartet werden.
Bereits die PRODES-Daten für den Zeitraum bis Juli 2025 hatten den Waldverlust im Amazonas auf den niedrigsten Stand seit elf Jahren beziffert. Die aktuellen DETER-Zahlen deuten darauf hin, dass die Rodung im darauffolgenden Jahr noch weiter zurückging.
Der Rückgang setzt einen Trend fort, der begann, nachdem Präsident Luiz Inácio Lula da Silva 2023 erneut ins Amt kam. Bestätigt sich die Entwicklung auch in den offiziellen PRODES-Zahlen, könnte Brasilien in diesem Jahr die niedrigste amtlich gemessene Amazonas-Abholzung seiner Geschichte verzeichnen.
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- Archiv vor September 2026, nicht nach heutigem Verfahren geprüft. Berichtet von Mongabay.