Afrika baut massiv erneuerbare Energien aus
11,3 Gigawatt neue Kapazität 2025 – mehr als eine Verdopplung gegenüber 2024

Afrika ist nicht länger nur ein Rohstofflieferant für die Welt – der Kontinent wird zum Vorreiter der Energiewende. Im Jahr 2025 haben afrikanische Länder insgesamt 11,3 Gigawatt neue Kapazität aus erneuerbaren Quellen zugebaut, wie die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) mitteilt. Das ist mehr als eine Verdopplung gegenüber 2024, als es nur 4,2 Gigawatt waren. Zum Vergleich: Ein Gigawatt entspricht etwa der Leistung eines großen Kohlekraftwerks.
„Afrika steht nicht am Rand der globalen Energiewende, sondern in ihrem Zentrum“, sagt Mugwe Manga, Klimafinanz-Experte bei FSD Kenia, gegenüber der Nachrichtenagentur Associated Press. „Der Kontinent besitzt die weltweit besten erneuerbaren Ressourcen, und die Wirtschaftlichkeit hat sich jetzt eindeutig zugunsten sauberer Energie entwickelt.“ Tatsächlich sind die Kosten für Solarstrom in den letzten zehn Jahren um rund 90 Prozent gefallen, und auch Batteriespeicher werden immer günstiger.
Von den 322 Energieprojekten, die im vergangenen Jahr in ganz Afrika angekündigt wurden, waren 253 erneuerbare Projekte – darunter 173 Solaranlagen. Nur 22 Erdgasprojekte wurden neu auf den Weg gebracht, wie das Forschungsunternehmen Electron Intelligence ermittelt hat. Das ist ein deutliches Signal: Investoren setzen zunehmend auf saubere Energie, selbst in Regionen, die lange als zu riskant für solche Projekte galten.
Doch der Ausbau steht vor großen Hürden. Die Finanzierungskosten sind in afrikanischen Ländern bis zu dreimal höher als in reichen Ländern, weil politische und wirtschaftliche Risiken höher eingeschätzt werden. „Was bleibt, ist keine Frage der Technologie oder der Kosten“, betont Manga. „Es ist eine Frage der Finanzierung, des politischen Willens und der Vorbereitung bankfähiger Projekte, die die Nachfrage nach Strom auf dem Kontinent ankurbeln.“
Parallel dazu gibt es noch ein großes fossiles Projekt: die Ostafrikanische Rohölpipeline (EACOP), die Rohöl 1.450 Kilometer von Uganda bis zur tansanischen Küste transportieren soll. Der französische Ölkonzern TotalEnergies treibt das Projekt trotz internationaler Proteste voran. Aktivisten werfen dem Konzern vor, Familien zu vertreiben und die Umwelt zu gefährden. Laut Satellitenbildern der Organisation Earth Insight ist die Pipeline fast fertig, nur einige Flussquerungen fehlen noch. Der Ölfluss soll im Oktober beginnen – Gegner warnen vor irreparablen Schäden.
Dennoch überwiegt der positive Trend: Immer mehr afrikanische Länder setzen auf Solar- und Windkraft, weil sie nicht nur sauberer, sondern inzwischen auch günstiger sind als fossile Alternativen. Wenn die Finanzierungshürden fallen, könnte Afrika zum Vorbild für eine gerechte Energiewende werden – mit Strom für Millionen Menschen, die heute noch ohne Licht leben.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„Afrika baut mehr Solar und Wind als je zuvor – und das beschleunigt die globale Energiewende."
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