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KI warnt Badegäste an der Ostsee vor gefährlichen Vibrionen

Frühwarnsystem sagt Bakterien bis zu fünf Wochen im Voraus voraus – basierend auf 1.500 Wasserproben

Das Leibniz-Institut für Ostseeforschung in Warnemünde (IOW) hat einen Durchbruch im Kampf gegen gefährliche Bakterien in der Ostsee erzielt. Ein neu entwickeltes KI-Verfahren kann das Auftreten von Vibrionen bis zu fünf Wochen im Voraus vorhersagen – eine Innovation, die Leben retten könnte.

Für die in der Fachzeitschrift Water Research veröffentlichte Studie analysierte das Team um Erstautor Conor Christopher Glackin zwischen April 2022 und Mai 2023 rund 1.500 Wasserproben an 15 Messstationen entlang der Ostseeküste und der Warnowmündung. Ergänzt wurden die Daten durch Messungen zu Wassertemperatur, Salzgehalt, Nährstoffen, Chlorophyll und Strömungsverhältnissen. Die Ergebnisse zeigen: Nachweise des Bakteriums Vibrio vulnificus konzentrieren sich fast ausschließlich auf die Monate zwischen Ende Juni und Anfang September, besonders bei Wassertemperaturen über 18 Grad und Salzgehalten zwischen 12 und 18 Promille.

„Wir konnten zeigen, dass sich das Auftreten der potenziell gefährlichen Vibrionen durch charakteristische ökologische Veränderungen frühzeitig ankündigt“, erklärte Glackin. Studienleiter Matthias Labrenz sagte, damit rücke erstmals ein praktikables Frühwarnsystem in greifbare Nähe, das Gesundheitsbehörden oder Badeorte bei Warnentscheidungen unterstützen könne. Seit April testet das IOW unter Leitung des Umweltmikrobiologen Daniel Herlemann am Warnemünder Strand zudem ein KI-gestütztes Drohnen-Messprogramm. Die Drohnen erfassen Wassertemperatur, Strömung, Salzgehalt und Blaualgenblüten im Badewasserbereich – die Daten werden automatisiert an einen Server übertragen und ausgewertet. Ziel ist ein Vibrionen-Ampelsystem, das wenige Minuten nach einem Flug eine standortbezogene Risikoeinschätzung liefert.

Vibrionen können über kleinste Hautverletzungen in den Körper gelangen und insbesondere bei älteren oder immungeschwächten Menschen schwere Wundinfektionen oder eine Sepsis verursachen. Die Ostsee gilt als eine der europäischen Hochrisikoregionen für solche Infektionen. In Mecklenburg-Vorpommern wurden seit 2003 insgesamt 98 Vibrionen-Infektionen registriert, 14 davon verliefen tödlich. Das neue Frühwarnsystem könnte diese Zahlen deutlich senken – und Badegästen an der Ostsee mehr Sicherheit geben.

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„KI sagt Vibrionen in der Ostsee voraus – bis zu fünf Wochen früher! Endlich sicherer baden."

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