Afrikas Solarboom übertrifft jede offizielle Zahl
Haushalte in Afrika installieren so viel eigenen Solarstrom, dass er in keiner offiziellen Statistik auftaucht: 17 Gigawatt allein 2026.
In Kenia, Nigeria und Dutzenden weiteren afrikanischen Ländern montieren Menschen gerade so viele eigene Solarpaneele auf Dächer und Höfe, dass die Zahlen in keiner offiziellen Statistik auftauchen.
Analysten der Denkfabrik Ember und des African Tech Futures Lab haben deshalb Zolldaten aus China ausgewertet, dem größten Solarpanel-Hersteller der Welt, um den wahren Umfang zu erfassen. Ihr Ergebnis: Afrika installiert 2026 umgerechnet 17 Gigawatt neue Solarkapazität, mehr als der jährliche Zuwachs beim Strombedarf des gesamten Kontinents. In 36 Ländern werden dieses Jahr Rekordmengen an Solaranlagen verbaut, in 19 Ländern verdoppelt sich der Zubau gegenüber dem Vorjahr sogar.
Der Antrieb dahinter ist einfach: Wo Stromnetze wackeln, springen bislang Dieselgeneratoren ein. Seit der Krieg im Iran die Dieselpreise treibt, kostet ein Solarpanel über seine Lebensdauer oft weniger als ein Vierteljahr Diesel für dieselbe Strommenge, schreiben die Analysten. Europa kennt das Muster: Als nach Kriegsbeginn in der Ukraine das Gas teuer wurde, stiegen auch hier private Solaranlagen sprunghaft an.
Weil die meisten Anlagen weder erfasst noch reguliert sind, können Haushalte ihren überschüssigen Strom bislang nicht ins Netz zurückverkaufen, und Regierungen stecken Geld in Dieselkapazitäten statt in Batterien und Netze für den Solarstrom, der längst da ist. Joel Nana vom African Tech Futures Lab bringt die offene Frage auf den Punkt: Ob diese privaten Anlagen ein Schatten-Stromnetz bleiben oder so eingebunden werden, dass ihr Nutzen für alle wächst, entscheidet sich jetzt.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
So erzählst du es weiter
„17 Gigawatt neue Solarenergie in Afrika, offiziell unsichtbar"
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