Ökologie

Amazonas-Rodung in Brasilien um 23,5% gesunken

Stärkere Kontrollen und Satellitenüberwachung senken die Abholzung in allen brasilianischen Biomen um 21%.

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KI-generierte Illustration. Zeigt nicht den Ort der Geschichte.

Brasilien ist die Heimat des größten Regenwaldes der Welt – des Amazonas. Dieser Wald speichert riesige Mengen Kohlendioxid und beherbergt unzählige Tier- und Pflanzenarten. Doch jahrzehntelang wurde er massiv gerodet, vor allem für Viehweiden und Sojaplantagen. 2025 hat sich das Blatt gewendet: Die Abholzung im Amazonas-Biom sank um 23,5% im Vergleich zum Vorjahr. Das zeigt ein neuer Bericht des brasilianischen Landkartierungsprojekts MapBiomas.

Noch beeindruckender: In allen sechs brasilianischen Biomtypen – also den großen Ökosystemen wie Regenwald, Savanne und Feuchtgebieten – ging die Rodung zurück. Landesweit betrug der Rückgang 21%. Insgesamt wurden 2025 knapp 985.000 Hektar Wald gerodet – das ist eine Fläche etwa so groß wie Kärnten. Davon entfielen 289.478 Hektar auf den Amazonas. Zum Vergleich: 2024 waren es noch rund 380.000 Hektar.

Die Forscherin Nathalia Crusco von MapBiomas erklärt den Erfolg mit einem Bündel an Maßnahmen: strengere Umweltkontrollen, bessere Satellitenüberwachung und wachsende Nachfrage nach nachhaltig produzierten Gütern. Ein Indikator dafür: 2019 überschnitten sich nur 5% der gerodeten Flächen mit behördlichen Maßnahmen oder Rodungsgenehmigungen. Im Zeitraum 2019 bis 2025 waren es 65% – die Kontrollen greifen also deutlich besser.

Auch in der Cerrado-Savanne, wo die Landwirtschaft besonders aggressiv expandiert, sank die Abholzung um fast 17%. Allerdings bleibt die Cerrado der Hotspot: 55% der gesamten brasilianischen Rodung fand dort statt. Mehr als die Hälfte ihrer ursprünglichen Vegetation ist bereits verschwunden.

Besonders erfreulich: Die Abholzung auf indigenem Land im Amazonas ging um 25% zurück. Das teilte die brasilianische Indigenenbehörde Funai mit. Insgesamt wurden auf indigenem Gebiet 30.128 Hektar Kahlschlag registriert. Indigene Gebiete gelten als letzte Rückzugsorte für viele bedrohte Arten und als Bollwerk gegen die Klimakrise.

Der Rückgang ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer politischen Kehrtwende. Unter Präsident Lula da Silva wurden Umweltbehörden wieder gestärkt, nachdem sie unter seinem Vorgänger Jair Bolsonaro systematisch geschwächt worden waren. Die neue Regierung setzt auf Echtzeit-Satellitenüberwachung und Bußgelder. Das zeigt: Wenn der politische Wille da ist, lässt sich die Zerstörung des Regenwaldes stoppen – oder zumindest deutlich verlangsamen.

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Archiv vor September 2026, nicht nach heutigem Verfahren geprüft. Berichtet von Mongabay.
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