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Australien startet größten Waffen-Rückkauf seit 30 Jahren

Acht Monate nach einem Anschlag kauft der Staat New South Wales ab November Waffen zurück – bis zu 700 Dollar pro Stück.

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Acht Monate nach einem Anschlag kauft der Staat New South Wales ab November Waffen zurück – bis zu 700 Dollar pro Stück.

Acht Monate ist es her, dass bei einem Anschlag auf eine Hanukkah-Feier am Bondi Beach in Sydney 15 Menschen getötet wurden – nun zieht Australien Konsequenzen. Ab dem 2. November startet der Bundesstaat New South Wales die größte Waffen-Rückkaufaktion seit fast 30 Jahren, bestätigte Premierminister Anthony Albanese am Sonntag. Bei einem solchen Programm gibt der Staat Geld dafür, dass Bürgerinnen und Bürger ihre Schusswaffen freiwillig abliefern – ein bewährtes Mittel, um die Zahl der im Land zirkulierenden Waffen spürbar zu senken. Wer ein Gewehr oder eine Pistole abgibt, bekommt bis zu 1.000 australische Dollar, umgerechnet rund 700 US-Dollar, pro Waffe. Albanese und der Regierungschef von New South Wales, Chris Minns, kündigten die Maßnahme gemeinsam an, getragen von Bundes- und Landesregierung. Sie ist Teil eines im Januar beschlossenen Pakets, das auch strengere Prüfungen bei Waffenscheinen und schärfere Regeln gegen Hasskriminalität umfasst; zusätzlich gilt in New South Wales künftig eine Obergrenze von maximal vier Waffen pro Person. Der Handlungsdruck ist groß: Australien zählte im vergangenen Jahr mit 4,1 Millionen registrierten Schusswaffen einen Höchststand, mehr als 1,1 Millionen davon allein in New South Wales. Besonders brisant: Die beim Dezember-Anschlag verwendeten Waffen waren legal erworben worden – ein Umstand, der die politische Reaktion beschleunigt haben dürfte. „Australier sind zu Recht stolz auf unsere Waffengesetze“, sagte Albanese in einer Fernsehansprache, „aber Tatsache ist, dass es heute mehr Waffen in Australien gibt als zur Zeit des Port-Arthur-Rückkaufs.“ Nach Polizeiangaben verübten ein Vater und sein Sohn die Tat, mutmaßlich inspiriert vom sogenannten Islamischen Staat. Der überlebende Verdächtige, der 24-jährige Naveed Akram, hat sich zu den Vorwürfen – darunter 15 Fälle von Mord – bislang nicht geäußert. Der Vergleich zu 1996 ist bewusst gewählt: Damals tötete ein Attentäter beim Massaker von Port Arthur in Tasmanien 35 Menschen, woraufhin Australien rund 650.000 Waffen einsammelte. Dieser historische Rückkauf gilt bis heute als einer der Gründe, warum es in Australien seither deutlich seltener zu Massenerschießungen kam. Ob die neue Aktion eine ähnliche Wirkung entfaltet, hängt davon ab, wie viele Menschen tatsächlich mitmachen – belastbare Zahlen dazu wird es erst in einigen Monaten geben. Fest steht schon jetzt: Mit dem Startdatum 2. November hat Australien nach der Tat rascher reagiert, als es viele nach Jahrzehnten ohne vergleichbare Reform erwartet hätten.

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Archiv vor September 2026, nicht nach heutigem Verfahren geprüft. Berichtet von The Optimist Daily.