Ökologie

Deutschland exportiert erstmals wieder mehr Strom als es importiert

Im ersten Quartal 2025 stammte über die Hälfte des Stroms aus erneuerbaren Quellen – vor allem Windkraft legte stark zu.

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KI-generierte Illustration. Zeigt nicht den Ort der Geschichte.

Strom aus erneuerbaren Energien wie Wind und Sonne hat eine besondere Eigenschaft: Er lässt sich nicht nach Bedarf produzieren, sondern dann, wenn die Natur mitspielt. An windigen Tagen oder bei strahlendem Sonnenschein entsteht oft mehr Strom, als gerade gebraucht wird – an anderen Tagen droht eine sogenannte Dunkelflaute, wenn weder Wind weht noch die Sonne scheint. Genau dieses Schwanken macht den Ausbau der Erneuerbaren zu einer Herausforderung für die Netzstabilität.

Doch im ersten Quartal 2025 zeigte sich, dass Deutschland diese Herausforderung zunehmend meistert. Das Statistische Bundesamt meldet: Erstmals seit Ende 2023 exportierte die Bundesrepublik wieder mehr Strom, als sie importierte. Konkret stand unterm Strich ein Überschuss von 3,1 Milliarden Kilowattstunden – genug, um etwa eine Million Haushalte ein Jahr lang zu versorgen. Die Stromimporte sanken um 15,5 Prozent, während die Exporte um gut 20 Prozent stiegen.

Der Grund für diesen Umschwung liegt vor allem in der stark gestiegenen Windkraftproduktion. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erzeugten Windräder fast 29 Prozent mehr Strom – insgesamt 42,8 Milliarden Kilowattstunden. Damit stammte mehr als die Hälfte des gesamten in Deutschland produzierten Stroms aus erneuerbaren Quellen (53,3 Prozent). Die konventionelle Stromerzeugung aus Kohle und Gas ging dagegen leicht zurück.

Diese Entwicklung hat direkte wirtschaftliche Folgen: Der durchschnittliche Großhandelspreis für Strom fiel im ersten Quartal um 8,7 Prozent auf 102,17 Euro pro Megawattstunde. An Tagen mit besonders viel Wind- oder Sonnenstrom kommt es sogar immer häufiger zu negativen Preisen – dann zahlen die Betreiber dafür, dass sie ihren Strom loswerden. Für Nachbarländer wie Österreich, Dänemark oder Norwegen lohnt es sich dann besonders, günstigen deutschen Strom zu importieren.

Für die meisten Verbraucher macht sich dieser Trend allerdings noch kaum bemerkbar. Nur Haushalte mit dynamischen Stromtarifen und intelligenten Stromzählern können von den günstigen Phasen profitieren – etwa, um ihr Elektroauto kostenlos zu laden. Verbraucherschützer warnen allerdings vor den Risiken solcher Tarife: In einer Dunkelflaute können die Preise plötzlich stark steigen. Das Risiko trägt dann der Kunde. Dennoch zeigt der Exportüberschuss: Die Energiewende ist nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern wird zunehmend auch wirtschaftlich attraktiv.

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Archiv vor September 2026, nicht nach heutigem Verfahren geprüft. Berichtet von Spektrum Wissenschaft.
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