Drohnen mit Wärmekamera schützen Bauern vor Elefanten
In Kenias Amboseli-Region warnen Wärmebild-Drohnen Dörfer nachts vor Elefanten und lenken die Tiere von Feldern weg.
Nachts, wenn die Elefanten kommen, beginnt für viele Bauern in der Region rund um den Amboseli-Nationalpark im Süden Kenias das eigentliche Problem: Weil der Park keinen Zaun hat, wandern die Tiere frei zwischen Schutzgebiet und den umliegenden Feldern – und fressen oder zertrampeln dabei ganze Ernten. Dominic Mutua, Kleinbauer im rund 30 Kilometer entfernten Dorf Inkoisuk, kennt das gut: „Wir mussten die meisten Nächte wach bleiben, um sie zu bewachen und zu vertreiben“, erzählte er Mongabay.
Bei der jüngsten Zählung der Kenya Wildlife Service (KWS) aus dem Jahr 2025 wurden landesweit 42.072 Elefanten gezählt, davon 1.903 im Amboseli-Park und seiner Umgebung. Damit Mensch und Tier künftig seltener aufeinanderprallen, setzen Naturschutzteams in der abgelegenen ländlichen Region nun auf Drohnen mit Wärmebildkameras.
Die Technik erlaubt es, Tierbewegungen zu überwachen, Elefanten auch bei völliger Dunkelheit zu erkennen und Dorfgemeinschaften frühzeitig zu warnen, bevor es zur Begegnung kommt. Amy Baird, stellvertretende Direktorin der Big Life Foundation, erklärt, dass die Drohnen die Tiere zusätzlich sicher von Feldern und Siedlungen weglenken können, ohne sie zu verletzen oder zu stressen. Die US-amerikanische Nichtregierungsorganisation arbeitet im gesamten Amboseli-Ökosystem mit lokalen Gemeinden zusammen, um Elefanten zu schützen und ihre Lebensräume zu erhalten.
Wie wichtig eine funktionierende Koexistenz ist, zeigt ein Blick auf die Zahlen: Rund 200.000 Menschen leben im und um den Amboseli-Park, der selbst nur 392 Quadratkilometer misst – eingebettet in ein rund 8.093 Quadratkilometer großes Gebiet aus Weideland, Feuchtgebieten und Wanderkorridoren der Tiere. Das Überleben des Parks hängt damit maßgeblich vom Zustand und der Kooperationsbereitschaft der umliegenden Gemeindeflächen ab.
Für Bauern wie Mutua bedeutet das Frühwarnsystem vor allem eines: weniger durchwachte Nächte und eine reale Chance, Ernten zu retten, ohne dass Elefanten zu Schaden kommen.
Belegt durch
- Archiv vor September 2026, nicht nach heutigem Verfahren geprüft. Berichtet von Mongabay.