Wind und Sonne überholen erstmals Kohle in Deutschland
2025 kamen 44 % des deutschen Stroms aus Wind und Sonne, nur 43 % aus Kohle, Gas und Öl – ein historischer Wendepunkt.

Ob eine Stromversorgung das Klima belastet oder schont, hängt vor allem davon ab, woher der Strom kommt: Kraftwerke, die Kohle, Gas oder Öl verbrennen, stoßen Treibhausgase aus, während Windräder und Solaranlagen Strom erzeugen, ohne dabei klimaschädliche Gase freizusetzen. Wie schnell ein Land seinen Strommix von fossilen zu sauberen Quellen verschiebt, gilt deshalb als einer der wichtigsten Gradmesser für Fortschritt beim Klimaschutz.
Nach dieser Messlatte hat Deutschland gerade einen sogenannten „Tipping Point" erreicht – einen Wendepunkt, an dem sich das Kräfteverhältnis dauerhaft verschiebt. Laut einer aktuellen Analyse stammten 2025 erstmals 44 Prozent des deutschen Stroms aus Wind- und Sonnenenergie, während fossile Energieträger nur noch auf 43 Prozent kamen. Damit erzeugten erneuerbare Quellen erstmals mehr Strom als Kohle-, Gas- und Ölkraftwerke zusammen.
Bemerkenswert ist der Zeitpunkt: Der Fortschritt gelang trotz politischen Widerstands. Analysten der Plattform Carbon Brief wiesen darauf hin, dass der Wandel gegen den Widerstand einzelner Politiker vorankam, die sich öffentlich gegen den Ausbau erneuerbarer Energien positioniert hatten. Das deutet darauf hin, dass der Umbau der Stromversorgung inzwischen weniger von einzelnen politischen Mehrheiten abhängt als vielmehr von langfristig gewachsenen Kapazitäten an Windrädern und Solaranlagen, die einmal gebaut, kontinuierlich weiter Strom liefern.
Deutschland steht mit dieser Entwicklung nicht allein da. Der Fortschritt spiegelt einen ähnlichen Trend in der gesamten Europäischen Union wider. Auch dort bezog man im vergangenen Jahr erstmals mehr Strom aus sauberen Quellen als aus fossilen Energieträgern. Ein einzelnes Jahr macht noch keine dauerhafte Trendwende. Der Wendepunkt zeigt aber, dass sich das über Jahre aufgebaute Fundament aus Windkraft- und Solaranlagen inzwischen spürbar im täglichen Strommix niederschlägt – unabhängig davon, welche Regierung gerade im Amt ist.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„Deutschland hat 2025 zum ersten Mal mehr Strom aus Wind und Sonne bezogen als aus Kohle, Gas und Öl zusammen – 44 Prozent zu 43 Prozent."
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