E-Autos senken Luftverschmutzung in China und retten Leben
Studie belegt: 262.000 vorzeitige Todesfälle durch weniger Abgase verhindert

Die Luft in vielen chinesischen Städten wird sauberer – und das hat einen klaren Grund: Immer mehr Menschen fahren Elektroautos. Das zeigt eine aktuelle Studie, die Satellitendaten zur Luftqualität ausgewertet hat. In 150 untersuchten Städten sank der Kohlenmonoxid-Ausstoß um mehr als 30 Prozent im Vergleich zu einem Szenario, in dem weiterhin nur Autos mit Verbrennungsmotor unterwegs wären. Auch die Menge an Feinstaub – also winzigen Partikeln, die tief in die Lunge eindringen können – ging um über 23 Prozent zurück.
Die Forscherinnen und Forscher um Qiangqiang Yuan von der Wuhan University in China schätzen, dass die verbesserte Luftqualität in diesen Städten rund 262.000 vorzeitige Todesfälle verhindert hat. Denn langfristig eingeatmete Schadstoffe können Schlaganfälle, Herzkrankheiten, Lungenkrebs und Atemwegsinfektionen auslösen. „Die Ergebnisse sind sowohl ermutigend als auch ernüchternd“, sagt Yuan. China ist weltweit führend in der Herstellung und dem Verkauf von Elektroautos. Der Staat hat in den letzten zwei Jahrzehnten schätzungsweise Hunderte Milliarden US-Dollar in Subventionen, Steuererleichterungen und andere Programme investiert, um die Produktion und den Verkauf von E-Autos anzukurbeln. 2025 waren bereits mehr als die Hälfte aller in China verkauften Neuwagen elektrisch.
Auch in anderen Regionen der Welt zeigen sich ähnliche Effekte. Eine Studie aus Kalifornien untersuchte den Zusammenhang zwischen der Zunahme von emissionsfreien Fahrzeugen und der Luftqualität in rund 1.700 Wohngebieten. Das Ergebnis: Für jeweils 200 neu zugelassene emissionsfreie Autos sank die Stickstoffdioxid-Konzentration um 1,1 Prozent. In einigen Gebieten ging die Belastung sogar um rund vier Prozent zurück. Stickstoffdioxid ist ein Reizgas, das Atemwege schädigen kann und unter anderem aus Autoabgasen stammt.
Die chinesische Studie zeigt allerdings auch, dass die Stickoxid-Werte insgesamt nur um knapp acht Prozent zurückgingen – weniger stark als erwartet. Der Grund: Stickoxide entstehen auf komplexe Weise. Anders als Kohlenmonoxid oder Feinstaub bildet sich Stickstoffdioxid erst, wenn Stickstoffmonoxid aus dem Auspuff mit Ozon in der Luft reagiert. „Die Reduzierung von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor ist nur ein Teil des Puzzles“, erklärt Enrico Ferrero, Atmosphärenphysiker an der Universität Ostpiemont in Italien. Dennoch belegen die Daten: Der Umstieg auf Elektroautos rettet nachweislich Leben – und das nicht nur in China.
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