Fast die Hälfte der Seen war verschwunden – ein Mann holt sie zurück
In Kaschmir sind von 697 erfassten Seen bereits 315 ganz verschwunden. Seit über 20 Jahren bringt ein früherer Geschäftsmann Anwohner und Behörden zusammen, um die Gewässer zu retten.
Die Seen, Feuchtgebiete und Quellen des Kaschmir-Tals im Norden Indiens sind seit Generationen die Lebensader der Region: Sie versorgen die Landwirtschaft, sichern das Trinkwasser, tragen den Tourismus und beherbergen eine reiche Tierwelt.
Doch über die vergangenen Jahrzehnte gerieten diese Süßwasser-Ökosysteme unter massiven Druck durch Verschmutzung, illegale Bebauung und rasche Verstädterung. Ein staatlicher Bericht kam zu einem alarmierenden Ergebnis: Von den 697 erfassten Seen in der Region Jammu und Kaschmir sind bereits 315 — fast die Hälfte — vollständig verschwunden, weitere 203 sind geschrumpft.
Gegen diesen Verfall stemmt sich Manzoor Ahmad Wangnoo. Der frühere Geschäftsmann wurde zum Naturschützer und ist heute eine der führenden Stimmen für den Schutz der Gewässer Kaschmirs. Über die gemeinnützige Nigeen Lake Conservation Organisation und deren Kampagne „Mission Ehsaas" hat er Anwohner, Freiwillige und Behörden gemeinsam an die Wiederherstellung geschädigter Gewässer gebracht.
Ein Schwerpunkt ist das Feuchtgebiet Khushalsar-Gilsar, zwei miteinander verbundene Stadtseen mitten in Srinagar. Für Wangnoo bedeutet Naturschutz mehr als das Säubern von Seen: Es geht um die Wiederherstellung einer Beziehung zwischen Mensch und Natur — ein Gedanke, den er mit dem Wort Ehsaas beschreibt, das auf Urdu und Kaschmiri „Bewusstsein" oder „Achtsamkeit" bedeutet.
Die Arbeit zeigt, dass sich der Niedergang von Gewässern nicht zwangsläufig fortsetzen muss, wenn eine Gemeinschaft sich dahinterstellt. Statt allein auf staatliche Programme zu setzen, verbindet Wangnoos Ansatz Bürgerengagement mit behördlicher Unterstützung — und macht die Menschen vor Ort zu Hütern ihrer eigenen Umwelt.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
So erzählst du es weiter
„In Kaschmir sind von 697 Seen schon 315 verschwunden – fast die Hälfte. Seit über 20 Jahren holt ein früherer Geschäftsmann sie Stück für Stück zurück, indem er Anwohner, Freiwillige und Behörden gemeinsam ans Werk bringt."
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