Frauenkollektiv rettet Gibbons mit Wald-Textilien
Ambu Halimun in Java: 30 Frauen schützen Silber-Gibbons durch nachhaltige Stoffe aus lokalen Pflanzen.
Am Rande des Gunung Halimun-Salak Nationalparks auf der indonesischen Insel Java hat sich etwas Bemerkenswertes entwickelt. In dem Dorf Citalahab gründete die Primatologin Rahayu Oktaviani gemeinsam mit der Kiara Foundation das Frauenkollektiv Ambu Halimun – übersetzt „Mütter von Halimun“. Die Idee: Frauen in die Lage versetzen, den Wald zu schützen, indem sie ihn wirtschaftlich nutzen, ohne ihn zu zerstören.
Die Frauen des Kollektivs sammeln Blätter, Rinden und Früchte aus dem umliegenden Regenwald und pressen sie in aufwendiger Handarbeit auf Stoffe. So entstehen Textilien mit natürlichen Motiven – von Farnwedeln bis zur Silhouette des silbrigen Gibbons, der hier beheimatet ist. „Arten, die früher als Unkraut übersehen wurden, haben jetzt einen Wert bekommen“, sagt Mirna Maharani, eine 30-jährige Mutter von zwei Kindern, die seit der Gründung 2020 dabei ist. „Jetzt schützen wir sie.“
Das Projekt hat eine doppelte Wirkung: Es bewahrt den Lebensraum des stark bedrohten Silber-Gibbons (Hylobates moloch) und gibt den Frauen wirtschaftliche Perspektiven. Rahayu Oktaviani erhielt für ihre Arbeit den renommierten Whitley Award, der jährlich herausragende Naturschutzprojekte auszeichnet. „Der Wald ist nichts, was von ihnen getrennt ist“, sagt sie. „Wir bauen ein Gefühl der Zugehörigkeit auf.“
Die Textilien werden mittlerweile über lokale Märkte und Online-Plattformen verkauft. Das Kollektiv zeigt, wie Naturschutz und wirtschaftliche Entwicklung Hand in Hand gehen können – ein Modell, das auf andere Regionen übertragbar ist. Für die Frauen von Citalahab bedeutet es nicht nur ein Einkommen, sondern auch eine neue Identität als Hüterinnen des Waldes.
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- Archiv vor September 2026, nicht nach heutigem Verfahren geprüft. Berichtet von Mongabay.
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