Frauenteam pflegt Korallenriffe in Indonesien dauerhaft
Ein Trainingsprogramm bildet Frauen in Indonesien zu Riff-Retterinnen aus – 44 Absolventinnen halten die Pflege am Laufen.

Korallenriffe zählen zu den empfindlichsten Ökosystemen der Erde: Sie brauchen jahrelange, kontinuierliche Pflege, weil künstliche Riffstrukturen gewartet, Korallenbaumschulen betreut und Daten über Jahre hinweg gesammelt werden müssen. Genau daran scheitern viele Wiederherstellungsprojekte weltweit – einer Untersuchung zufolge wurden 60 Prozent der untersuchten Korallenprojekte weniger als 18 Monate lang überwacht, weil sie von ausländischen Experten, kurzfristigen Fördergeldern oder Freiwilligenarbeit abhingen, die irgendwann wegfiel.
Die niederländische Meeresbiologin Rose Huizenga wollte genau dieses Problem lösen, als sie auf der kleinen indonesischen Insel Gili Air die Organisation Coral Catch gründete. Ihre Idee: Statt Naturschutz nur als ökologische Aufgabe zu behandeln, sollte er auch als Ausbildungsaufgabe gedacht werden. 2021 startete Coral Catch ein neunwöchiges Stipendienprogramm, das Frauen aus der Region alles beibringt, von der Konstruktion von Riffstrukturen aus gebogenem Stahl bis zur Überwachung des Korallenwachstums.
Anfangs stieß die Idee auf Skepsis – Indonesien ist mehrheitlich muslimisch, und manche bezweifelten, ob Familien ihre Töchter zum Tauchen schicken würden. Doch mehr als 150 junge Frauen bewarben sich für den ersten Jahrgang, aus dem acht ausgewählt wurden. 'Diese Arbeit galt als schwer, man dachte, das könnten nur Männer', erinnert sich Gabriela Nathania H, die im zweiten Jahrgang künstliche Riffe mit aufbaute. 'Aber wir haben gezeigt, dass Frauen das auch können – vielleicht anders als Männer, aber genauso gut.'
Seit 2021 hat Coral Catch mehr als 300 Riffstrukturen ins Wasser gebracht, auf denen die Teilnehmerinnen über 5.000 Korallenfragmente angepflanzt haben, und rund 850 Quadratmeter Riff im Meeresschutzgebiet Gili Matra wiederhergestellt. Über zwölf Jahrgänge hinweg wurden 44 Frauen aus ganz Indonesien ausgebildet. Nach Angaben der Organisation ist jede einzige Absolventin bis heute im Naturschutz, in Forschung oder Ausbildung aktiv geblieben – eine ungewöhnlich hohe Quote für ein Feld, in dem sich selten dauerhafte Karrierewege ergeben.
Aus den Absolventinnen ist inzwischen ein Netzwerk geworden, das Coral Catch selbst 'Sisterhood' nennt: Alumnae wie Britania Hasilohan überwachen heute Haipopulationen im Meeresschutzgebiet, Avicenna Wijayanto leitet als Projektmanagerin die Wiederherstellungsarbeiten, und Ivonne Herlina Tani koordiniert die Forschung der Organisation. 'Sobald Frauen das Gefühl haben, in maritime Räume zu gehören, entwickeln sich die technischen Fähigkeiten viel schneller', sagt Huizenga. Weil transplantierte Riffe mindestens fünf Jahre lang betreut werden müssen, sind es am Ende genau solche vor Ort verwurzelten Fachkräfte, die darüber entscheiden, ob ein Riff überlebt oder nicht.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„Eine Organisation in Indonesien bildet Frauen zu Riff-Retterinnen aus – nach zwölf Jahrgängen ist jede der 44 Absolventinnen noch im Naturschutz aktiv."
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