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Fußball öffnet sich für Frauen und Menschen mit Behinderung

In England ist die Zahl der Frauen und Menschen mit Behinderung im Amateurfußball binnen eines Jahres um 19 Prozent gestiegen.

Bis vor eineinhalb Jahren war Farishta Karimi noch nie öffentlich gelaufen, geschweige denn Fußball gespielt. Aufgewachsen im streng konservativen Afghanistan, durfte sie den Jungen ihrer Nachbarschaft beim Spielen nur zusehen. Nach ihrer Flucht mit ihrer Mutter während des US-Truppenabzugs landete sie in Großbritannien – und traute sich dort erstmals in ihrem Leben, selbst den Ball zu spielen. Heute steht sie regelmäßig für den Londoner Klub Athenlay FC auf dem Platz. "Football makes me feel really free", sagt sie.

Karimi ist kein Einzelfall. Beim FA, dem englischen Fußballverband, ist die Zahl der Frauen im regelmäßigen Amateurfußball binnen eines Jahres um 19 Prozent gestiegen, bei Mädchen zwischen 5 und 15 Jahren sogar um 23 Prozent. Auch Menschen mit einer registrierten Behinderung spielen inzwischen 19 Prozent häufiger in angeschlossenen Vereinen. Julian Workman, Gründer von Redditch Borough FC, gründete 2024 eine Mannschaft für Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen – und wurde vom Andrang überrascht: "Ich könnte locker drei weitere Teams füllen."

Der Grund für den Zulauf ist für viele derselbe: zum ersten Mal ein Umfeld zu finden, in dem sie sich sicher fühlen. Beim Verein Leicester Nirvana in den englischen Midlands, der aus einer Jugendgruppe hervorging, die sich in den 1970er Jahren gegen rassistische Anfeindungen zusammenschloss, erinnert sich Vereinsmitglied Ivan Liburd an eigene Erfahrungen mit Rassismus im Kindesalter. "Wenn du einmal hier bist, beschützen wir dich", sagt er über den Anspruch des Klubs, der inzwischen als bester Amateurverein Englands ausgezeichnet wurde.

Für Shadia Edwards-Dashti vom Londoner Klub Actonians ist jedes Spiel mehr als Sport. Als Frau mit arabischen und muslimischen Wurzeln, die offen für die queere Community eintritt, sagt sie: "Das ist ein sehr befreiender Ort für mich – und ich glaube, für viele andere auch." Der Zulauf entsteht zu einem Zeitpunkt, an dem sich viele Fans von der teuren Premier League abwenden: Die Ticketpreise sind laut der Fanorganisation Football Supporters' Association seit den frühen 1990er Jahren um rund 800 Prozent gestiegen.

Während oben in der Eliteliga also immer mehr Menschen das Gefühl haben, nur noch Kunden zu sein, entsteht unten im Amateurfußball etwas anderes: ein Ort, an dem Frauen, Migrantinnen, Menschen mit Behinderung und queere Spieler zum ersten Mal wirklich dazugehören.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Eine Frau aus Afghanistan hat mit 23 zum ersten Mal in ihrem Leben Fußball gespielt – weil ein Amateurverein in London sie einfach hat mitspielen lassen."

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