Gericht verbietet Hornbach irreführende Öko-Werbung für Hecken
Verbraucherzentrale Sachsen gewinnt: Hornbach darf invasive Pflanzen nicht mehr als naturschützend bewerben.
Ein Baumarkt bewirbt eine Pflanzenreihe als »Naturschutzhecke« – das klingt nach einem Gewinn für die Natur. Tatsächlich handelte es sich um sogenannte potenziell invasive Pflanzen, also Arten, die sich unkontrolliert ausbreiten und heimische Ökosysteme verdrängen können. Genau das warf die Verbraucherzentrale Sachsen dem Baumarkt Hornbach vor Gericht vor: Der Baumarktriese habe mit der Bezeichnung »Naturschutzhecken« den Eindruck erweckt, es handele sich um heimische, umweltfreundliche Pflanzen, die gut für Insekten und Vögel seien.
Das Gegenteil sei der Fall, argumentierte die Verbraucherzentrale – und bekam recht. Auch das Pfälzische Oberlandesgericht Zweibrücken folgte dieser Argumentation und gab der Verbraucherzentrale Sachsen recht. Damit hat eine Verbraucherschutzorganisation vor Gericht gegen einen Baumarktriesen gewonnen.
Der Hintergrund: Immer mehr exotische Zierpflanzen schmücken heimische Gärten und Balkone, weil sie hübsch aussehen oder pflegeleicht sind. Für manche Tiere wie Kolibris mögen sie attraktiv sein, doch heimische Insekten und Vögel finden an ihnen keine Nahrung. Die Bestäuber müssen deshalb immer weiter fliegen, um Futter zu finden – ein Umstand, der laut dem Bericht zum Insektensterben beiträgt, also dem beobachteten Rückgang vieler Insektenarten.
Das Urteil ist deshalb mehr als ein einzelner Streit über eine Werbeformulierung. Es setzt eine rechtliche Leitplanke gegen Greenwashing im Gartenmarkt, also die Praxis, Produkte fälschlich als umweltfreundlich zu bewerben. Wer künftig Pflanzen als »Naturschutzhecke« oder ähnlich bezeichnet, muss also auch nachweisen können, dass sie der Natur tatsächlich nützen und nicht schaden.
Für Verbraucher:innen bedeutet das mehr Klarheit beim Griff ins Gartencenter-Regal: Wer bewusst insektenfreundlich pflanzen möchte, kann sich künftig eher auf entsprechende Bezeichnungen verlassen. Wie sich ein Garten wirklich insektenfreundlich gestalten lässt, erklärt laut dem Bericht die Autorin Désiree Schneider in einem weiterführenden Beitrag.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
So erzählst du es weiter
„Hornbach hat invasive Pflanzen als 'Naturschutzhecke' verkauft – und ein Gericht hat das jetzt gestoppt."
Magst du solche Geschichten?
Hol dir jeden Morgen eine — kuratiert, belegt, werbefrei. Kein Doomscrolling.
Weiteres aus klima
Solarstrom überholt Kohle in den USA
Im Mai 2026 lieferte Solarenergie erstmals mehr Strom als Kohle – ein Meilenstein für die Energiewende.
Solarstrom erstmals stärker als Kohle in den USA
Im Mai lieferte Solarenergie 12,8% des US-Stroms, Kohle nur 12,2% – ein historischer Wendepunkt.
Deutschland: Wind und Sonne liefern mehr Strom als Kohle & Gas
Erstmals kamen 44 % von Deutschlands Strom aus Wind und Sonne, nur 43 % aus Kohle, Gas und Öl.