Illegale Amazonas-Straße verschwindet im Wald
42 Kilometer lange illegale Straße in Brasiliens Amazonas wurde zurückerobert – seltenes Beispiel für Walderholung

Im Amazonas-Regenwald sind Straßen oft der Anfang vom Ende. Sobald eine Schneise geschlagen ist, folgen illegale Holzfäller und Viehzüchter, die den Wald roden. Forscher schätzen, dass 95 Prozent der Abholzung im Amazonas innerhalb von fünf Kilometern Entfernung zu einer Straße stattfindet. Umso bemerkenswerter ist, was im brasilianischen Bundesstaat Pará passiert ist: Eine 42 Kilometer lange illegale Straße, die 2022 durch zwei streng geschützte Gebiete gebaut wurde, ist heute nicht mehr existent. Satellitenbilder zeigen, dass der Wald die Schneise vollständig zurückerobert hat.
Die Straße durchschnitt den Xingu Socioenvironmental Corridor, ein Mosaik aus indigenen Territorien und Schutzgebieten von der Größe Frankreichs. „Hier ist die Straße der Anfang von allem, der Anfang der Verwüstung“, sagte Bruno Ferreira, Forscher bei der Umweltschutzorganisation Imazon, die Teil des Kartierungsnetzwerks MapBiomas ist. Normalerweise entstehen von einer Hauptstraße aus immer neue illegale Abzweige, die in Satellitenbildern ein fischgrätenartiges Muster ergeben. Dass diese Straße stattdessen verschwand, ist eine Seltenheit.
Der Erfolg ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen lokalen Gemeinschaften, Umweltschützern und den Behörden. Die illegale Straße wurde entdeckt, bevor sie sich weiter ausbreiten konnte, und die Verantwortlichen wurden zur Rechenschaft gezogen. Die nun verschwundene Straße ist ein Beweis dafür, dass Zerstörung nicht immer endgültig sein muss – und eine Erinnerung daran, was auf dem Spiel steht, wenn der politische Wille nachlässt. Brasilien steht vor einer entscheidenden Präsidentschaftswahl, und der Schutz des Amazonas ist eines der zentralen Themen.
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„Stell dir vor: Eine illegale Straße mitten im Amazonas – und dann wächst der Wald einfach drüber. Genau das ist passiert."
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