Impfung in der Schwangerschaft schützt Babys vor Lungenvirus
Das Virus RSV ist weltweit die häufigste Ursache für Krankenhausaufenthalte von Babys – eine Impfung in der Schwangerschaft senkt schwere Fälle jetzt um über die Hälfte.

RSV, das Respiratorische Synzytial-Virus, ist eine der häufigsten Ursachen für Erkältungen – für die meisten Menschen harmlos, für Neugeborene und besonders Frühchen kann es aber gefährlich werden. Bei ihnen kann sich die Infektion schnell zu einer schweren Atemwegserkrankung entwickeln, die eine Behandlung im Krankenhaus oder sogar auf der Intensivstation nötig macht. RSV gilt weltweit als häufigster Grund, warum Säuglinge im ersten Lebensjahr stationär behandelt werden müssen.
Um genau das zu verhindern, bietet Großbritannien seit September 2024 schwangeren Frauen eine RSV-Impfung an. Das Prinzip: Wird die Mutter während der Schwangerschaft geimpft, gibt sie ihre Antikörper an das ungeborene Kind weiter, sodass es bereits mit einem gewissen Schutz zur Welt kommt. Weil der volle Effekt erst sichtbar wird, sobald genügend Frauen eine komplette Schwangerschaft mit der Impfung durchlaufen haben, war der Winter 2025/26 der erste echte Test für das Programm.
Die britische Gesundheitsbehörde UK Health Security Agency hat jetzt die ersten vollständigen Jahresdaten veröffentlicht, erhoben an denselben 20 Krankenhäusern mit demselben Überwachungssystem wie zuvor. Das Ergebnis: Nur noch 63 Säuglinge unter sechs Monaten mussten wegen einer bestätigten schweren RSV-Infektion auf eine Intensiv- oder Überwachungsstation – im Winter zuvor waren es noch 131. Das entspricht einem Rückgang um 52 Prozent. Weil gerade die schwersten Fälle gezählt wurden, bedeutet das ganz konkret: deutlich weniger Babys an Beatmungsgeräten, deutlich weniger Familien, die den Winter auf einer Neugeborenenstation verbringen.
Zwischen März 2025 und Februar 2026 ließen sich 61,7 Prozent der Mütter impfen – ein starkes Ergebnis für ein noch junges Programm, das aber auch zeigt: Vier von zehn Schwangeren nahmen die Impfung bislang nicht in Anspruch, sodass jedes Jahr weiterhin Tausende Neugeborene ungeschützt bleiben. „Jeder Kontakt zwischen medizinischem Fachpersonal und Schwangeren ist eine Gelegenheit, über die Bedeutung der RSV-Impfung zu sprechen“, sagt Stephen Tomlin, klinischer Leiter einer Fachgruppe für Neugeborenen- und Kinderpharmazie. Fachleute wie die Neugeborenen-Apothekerin Ashifa Trivedi betonen zudem, dass noch nicht jede Schwangere gleichermaßen Zugang zu einer informierten Entscheidung über die Impfung hat.
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„In Großbritannien landeten wegen einer simplen Impfung während der Schwangerschaft in einem Winter halb so viele Babys auf der Intensivstation wie im Jahr davor."
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