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In immer mehr US-Bundesstaaten nehmen Väter bezahlte Elternzeit

14 US-Bundesstaaten zahlen jungen Vätern Elternzeit – dort nehmen sie inzwischen fast so oft frei wie Mütter.

Als A.J. Johnsons erster Sohn 2019 zur Welt kam, gab es im US-Bundesstaat Washington noch kein bezahltes Elternzeit-Programm. Der Feuerwehrmann musste angesparte Krankheitstage aufbrauchen, um sechs Wochen bei seinem Neugeborenen bleiben zu können – deutlich weniger, als er sich gewünscht hätte, und finanziell wie organisatorisch eine Belastung für die junge Familie.

Als sein zweiter Sohn Ende 2021 geboren wurde, war Washingtons Programm für bezahlte Elternzeit vollständig etabliert. Johnson konnte diesmal rund fünf Monate zu Hause bleiben, ohne finanzielle Einbußen. „Ich konnte mich viel schneller in einen selbstbewussten Vater verwandeln“, sagt er rückblickend. Auch das Arbeitsklima habe sich verändert: Seine Kollegen nehmen inzwischen fast alle die volle Elternzeit, die ihnen zusteht.

Washington ist kein Einzelfall. Vierzehn US-Bundesstaaten und die Hauptstadt Washington, D.C., haben mittlerweile eigene Programme für bezahlte Elternzeit eingeführt. Eine aktuelle Auswertung der Organisation Paid Leave For All zeigt: In den meisten dieser Programme nehmen Väter inzwischen einen fast ebenso großen Anteil der Bindungszeit mit dem Baby wie Mütter. In Colorado und Washington nehmen Väter sogar einen größeren Anteil.

„Väter wollen wirklich Zeit mit ihren Kindern verbringen, und wenn ihnen die Möglichkeit gegeben wird, nutzen sie sie auch“, sagt Molly Weston Williamson vom Thinktank Center for American Progress, die den Bericht mitverfasst hat. Vor Einführung dieser Programme nahmen laut einer Analyse des Center for Economic and Policy Research drei von vier Vätern gar keine Elternzeit – bei Müttern waren es weniger als 18 Prozent.

Auch neue Bundesstaaten wie Delaware, Maine und Minnesota zeigen bereits erste positive Zahlen, auch wenn der Vorsprung der Mütter dort noch größer ist. Kalifornien, der erste Bundesstaat mit einem solchen Programm, brauchte zwei Jahrzehnte für diese Entwicklung: 2004 nahmen Väter dort nur 15 Prozent der Elternzeiten, inzwischen sind es 50 Prozent.

Der Wandel hat nachweisbare Folgen. Studien zeigen, dass Väter, die Elternzeit nehmen, seltener psychische Belastungen entwickeln, enger an ihre Kinder gebunden bleiben und häufiger Aufgaben im Haushalt übernehmen. Das wirkt sich auch auf die Mütter aus: Sie können länger stillen, sind seltener von Belastungen nach der Geburt betroffen und insgesamt zufriedener mit ihrem Leben.

James Liu, der in San Francisco für ein kleines Technologieunternehmen arbeitet, kennt diese Entwicklung schon länger. In Kalifornien gibt es das Programm seit über zwanzig Jahren – Elternzeit für Väter ist dort inzwischen für viele Familien selbstverständlich geworden.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Früher blieb kaum ein US-Vater zu Hause, wenn ein Baby kam. In Staaten mit bezahlter Elternzeit nehmen Väter heute fast so oft frei wie Mütter."

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