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Italien: Wälder größer als Ackerland

Erstmals seit dem Mittelalter bedecken Wälder mehr Fläche als landwirtschaftliche Nutzfläche – 60.000 Quadratmeilen.

Italien hat einen historischen Meilenstein erreicht: Erstmals seit dem Mittelalter ist die Waldfläche größer als die landwirtschaftliche Nutzfläche. Laut einem Bericht des Nationalen Verbands der Berggemeinden und -einrichtungen erstrecken sich die Wälder nun über 60.000 Quadratmeilen – das entspricht etwa der Fläche von Bayern und Baden-Württemberg zusammen. Besonders in den Bergregionen der Alpen, des Apennins und der Voralpen hat sich der Wald ausgebreitet, während die landwirtschaftliche Nutzung zurückging.

Diese Entwicklung hat weitreichende positive Effekte. Die Wälder übernehmen kostenlos wichtige Aufgaben: Sie speichern Kohlendioxid, filtern Luft und Wasser und verhindern Bodenerosion. In der Gemeinde Marcetelli in der Provinz Rieti, wo 94 Prozent der Fläche bewaldet sind, würden diese natürlichen Leistungen umgerechnet rund 9,5 Millionen Dollar kosten, wenn sie durch industrielle Lösungen ersetzt werden müssten.

Gleichzeitig kehrt sich ein Trend um: Junge Menschen, die jahrzehntelang aus den ländlichen Bergregionen in die Städte abwanderten, ziehen nun wieder zurück. Seit 2021 verzeichnen 932 italienische Gemeinden eine positive Nettozuwanderung von 10 Personen pro 1.000 Einwohnern – viele dieser Gemeinden liegen in stark bewaldeten Gebieten. Die drei Bergregionen beherbergen zwar nur 13,5 Prozent der Bevölkerung, aber drei Viertel der gesamten Waldfläche.

Für bedrohte Tierarten wie Bären und Wölfe bieten die neuen Wälder wertvollen Lebensraum. Auch für die Jagd und den Ökotourismus ergeben sich neue Chancen: Wildschweine und Rothirsche finden mehr Nahrung, was Jägern zugutekommt, die viele italienische Restaurants mit Wildbret versorgen. Der Bericht weist allerdings darauf hin, dass die Wälder auf ehemaligen Acker- und Weideflächen entstanden sind – ein Zeichen für den Strukturwandel in der Landwirtschaft. Doch die Nachfrage nach naturnahem Leben ist gestiegen, während die Nachfrage nach landwirtschaftlicher Arbeit gesunken ist. Insgesamt ist die Wiederbewaldung ein Gewinn für die Umwelt und die Lebensqualität.

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„Stell dir vor: In Italien gibt es jetzt mehr Wald als Ackerland – zum ersten Mal seit dem Mittelalter!"

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