Japans Küstenstädte pflanzen Wälder als Schutz vor Tsunamis
Über 1.000 Freiwillige pflanzten in Minamisoma, Japan, 12.000 Bäume als zusätzlichen Schutz vor Tsunamiwellen.
Kazuo Monma trat auf die kleine Bühne und blickte erleichtert in die Menge. Der Wetterbericht hatte für das ganze Wochenende Regen vorhergesagt, und der Bürgermeister der japanischen Küstenstadt Minamisoma in der Präfektur Fukushima hatte befürchtet, dass nur wenige zu der inzwischen jährlichen Veranstaltung kommen würden. Stattdessen standen mehr als 1.000 Menschen vor ihm, einige davon aus der mehr als 300 Kilometer entfernten Präfektur Kanagawa im Süden.
Sie alle waren gekommen, um mehr als 12.000 Bäume entlang der steilen Dünen an Minamisomas Sandstränden zu pflanzen. Man solle wirklich stolz auf diesen Moment sein, sagte Monma zur versammelten Menge. Das sei ein Ort, an dem Tausende Menschen das so lange durchgehalten hätten.
Minamisoma ist, wie mehr als ein Dutzend weiterer japanischer Küstengemeinden, Schauplatz eines ungewöhnlichen Experiments im Katastrophenschutz. Während Betondeiche bislang die dominante Methode sind, um die Folgen von Tsunamis und Taifunen abzumildern, setzt eine Organisation zusätzlich auf eine Mischung aus Deichen und einer gezielt gepflanzten Baumreihe – nach genauer Auswahl von Baumart und Pflanzmuster, um Küstenorte besser zu schützen.
Vor fünfzehn Jahren, im März 2011, traf die Region Tohoku im Nordosten Japans eine der schwersten Naturkatastrophen des 21. Jahrhunderts: Ein Erdbeben der Stärke 9 ereignete sich rund 72 Kilometer vor der Küste der Präfektur Miyagi und löste einen Tsunami von gewaltigem Ausmaß aus. Seither versuchen die betroffenen Gemeinden, sich besser gegen künftige Katastrophen zu wappnen.
Das jährliche Pflanzprojekt in Minamisoma ist Teil dieser Anstrengung: Es verbindet technischen Küstenschutz mit einer lebendigen, mitwachsenden Barriere aus Bäumen – und mit einer Gemeinschaft, die sich Jahr für Jahr neu dafür versammelt. Dass trotz schlechter Wettervorhersage über 1.000 Freiwillige anreisten, zeigt, wie fest das Projekt inzwischen in der Region verankert ist.
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„Über 1.000 Menschen kamen trotz Regenvorhersage, um 12.000 Bäume gegen die nächste Tsunamiwelle zu pflanzen."
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