Papua-Neuguinea schützt Regenwald für seltene Baumkängurus
266 Stammesführer unterschreiben Schutzabkommen für die Torricelli-Berge, Heimat von vier Prozent aller Arten weltweit.

Mit ein paar Federstrichen auf einem Hügel im Nordwesten von Papua-Neuguinea war es am 30. Juni vollbracht: Die Verantwortlichen der Tenkile Conservation Alliance (TCA) unterzeichneten die letzte einer ganzen Reihe von Unterschriften, die im Juni von Stammesführern in der gesamten Region gesammelt worden waren. Insgesamt 266 Clan-Oberhäupter setzten ihre Unterschrift unter das Dokument, das die dicht bewaldeten Torricelli-Berge schützen soll.
Mit dieser sogenannten Schutzurkunde erreichten die TCA und die Menschen der Torricelli-Berge einen wichtigen Meilenstein nach Jahrzehnten der Arbeit gegen Abholzung, für die Erholung der Tierwelt und für ein besseres Leben der Gemeinden vor Ort. Nach der Unterzeichnung brachen die Versammelten in Feiern, Tanz und Gesang aus, im TCA-Stützpunkt im Dorf Lumi.
Projektmanager Caleb Bulu, der selbst jahrelang dafür gekämpft hat, Holzfäller von seinem eigenen Land fernzuhalten, nannte es eine aufregende Zeit. Man habe so lange darauf gewartet, sagte er. Die Menschen der Torricelli-Berge seien überglücklich gewesen, berichtete er wenige Tage nach der Unterzeichnung – in allen 41 beteiligten Dörfern werde gefeiert.
Die Torricelli-Berge beherbergen eine außergewöhnliche Fülle an Arten: Schätzungen zufolge leben hier rund vier Prozent der weltweiten Artenvielfalt auf einer vergleichsweise kleinen Fläche aus weitgehend intaktem Bergregenwald – darunter zwei vom Aussterben bedrohte Baumkänguru-Arten, der Tenkile und der Weimang. In den 1990er-Jahren beschrieben Forscher in Papua-Neuguinea diese Arten erstmals wissenschaftlich.
Das Abkommen bindet die Gemeinden rechtlich an den Schutz ihres Waldes, gibt ihnen im Gegenzug aber auch Mitsprache über dessen zukünftige Nutzung. Für eine Region, die jahrzehntelang um den Erhalt ihrer Wälder gegen Abholzungsinteressen kämpfen musste, ist die Unterschrift von 266 Stammesführern ein handfestes Ergebnis: Der Schutz hängt nicht mehr von Einzelfällen ab, sondern ist gemeinschaftlich und über die gesamte Bergregion hinweg verbindlich vereinbart.
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„266 Stammesführer aus 41 Dörfern haben gerade gemeinsam beschlossen, ihren Regenwald für immer zu schützen."
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