Ökologie

Kalifornien spart mit neuen Reifen-Regeln 1 Milliarde Dollar

Kalifornien schreibt erstmals vor, dass Ersatzreifen so effizient sind wie Erstreifen – das spart Sprit, Strom und Geld.

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Kalifornien schreibt erstmals vor, dass Ersatzreifen so effizient sind wie Erstreifen – das spart Sprit, Strom und Geld.

Kalifornien hat als erster US-Bundesstaat verbindliche Effizienzstandards für Autoreifen beschlossen – ein Schritt, der nach Einschätzung von Experten wahrscheinlich auch andere Regionen erreichen wird. Im Kern geht es um den sogenannten Rollwiderstand: den Kraftaufwand, den ein Reifen beim Abrollen auf der Straße erzeugt. Je geringer dieser Widerstand, desto weniger Kraftstoff verbraucht ein Auto mit Verbrennungsmotor und desto weniger Strom braucht ein Elektroauto.

Neuwagen werden meist schon mit besonders effizienten Reifen ausgeliefert, weil Hersteller so den Verbrauch senken. Sobald diese Reifen ersetzt werden müssen, greifen viele Autofahrer jedoch zu weniger effizienten Ersatzreifen – meist ohne es zu merken, weil sich die Energieeffizienz eines Reifens im Laden kaum erkennen lässt. Genau hier setzt die neue Regel an: Die kalifornische Energiebehörde hat einstimmig beschlossen, dass Ersatzreifen im Schnitt genauso effizient sein müssen wie die Reifen, mit denen ein Fahrzeug ursprünglich ausgestattet wird.

Dazu kommt ein einfaches Kennzeichnungssystem: Reifen erhalten künftig eine Bewertung von einem bis vier „Blättern", ähnlich den Energielabels auf Kühlschränken – vier Blätter stehen für die höchste Effizienz. Nach Berechnungen der Behörde könnten Autofahrer in Kalifornien dadurch zusammen rund eine Milliarde Dollar im Jahr bei den Kraftstoff- und Stromkosten sparen. Gleichzeitig soll der CO2-Ausstoß um etwa zwei Millionen Tonnen jährlich sinken, was nach Angaben der Behörde ungefähr der Wirkung von 400.000 weniger Autos auf der Straße entspricht.

Technisch ist ein geringerer Rollwiderstand kein Hexenwerk: Mehr Silica in der Gummimischung etwa verbessert sowohl Effizienz als auch Bodenhaftung, auch Profilgestaltung und Gummichemie spielen eine Rolle. Effizientere Reifen kosten laut Behörde zwischen sechs und 26 Dollar mehr pro Satz, sollen sich über ihre Lebensdauer aber mit 85 bis 153 Dollar Ersparnis auszahlen. Kritiker aus der Zubehörbranche rechnen dagegen mit deutlich höheren Mehrkosten und warnen vor zusätzlichen Belastungen für einkommensschwache Familien.

Die Regel wird in zwei Stufen eingeführt: Die erste Stufe, die besonders ineffiziente Reifen betrifft, greift ab 2029, eine strengere Stufe folgt 2033. Winterreifen und Rennreifen sind von der Regel ausgenommen, und der Zeitplan wurde gegenüber dem ursprünglichen Vorschlag gestreckt, um Herstellern mehr Anpassungszeit zu geben.

Beobachter gehen davon aus, dass die kalifornische Regel über die Landesgrenzen hinaus wirken wird, ähnlich wie es bereits bei den Abgasnormen des Bundesstaats geschah, denen inzwischen 17 weitere Bundesstaaten und die Hauptstadt Washington D.C. folgen. Einen ähnlichen Effekt auf andere Märkte gab es bereits bei Kaliforniens Vorschriften für LED-Glühbirnen. Washington und Rhode Island prüfen laut Fachleuten bereits eigene Regeln für Reifeneffizienz.

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Archiv vor September 2026, nicht nach heutigem Verfahren geprüft. Berichtet von Grist.