Osterinsel: Ureinwohner leiten riesiges neues Meeresschutzgebiet
Auf 700.000 Quadratkilometern entscheiden künftig erstmals mehrheitlich Indigene über den Meeresschutz.

Kaum ein Ort der Erde ist so abgelegen wie Rapa Nui, die Osterinsel im Südostpazifik – ihre Bewohner sind auf den Ozean angewiesen wie kaum eine andere Gemeinschaft der Welt. Die Insel wurde einst von seefahrenden Polynesiern über eine der längsten offenen Ozeanpassagen der Menschheitsgeschichte besiedelt, eine Tradition der Verbundenheit mit dem Meer, die im neuen Schutzgebiet fortlebt. Genau dort ist nun eines der größten Meeresschutzgebiete der Erde entstanden: Es umfasst mehr als 700.000 Quadratkilometer, eine Fläche, auf der die berühmten steinernen Moai-Statuen der Insel künftig über ein geschütztes Meer blicken.
Besonders ist dabei nicht nur die Größe, sondern auch, wer über das Gebiet entscheidet: Ein neu geschaffener „Meeresrat“ soll das Schutzgebiet verwalten – und die indigene Bevölkerung der Insel hält darin mit sechs von elf Sitzen erstmals die Mehrheit gegenüber gewählten Vertretern Chiles, zu dem die Insel als Staatsgebiet gehört. Damit ist das Gebiet eines der größten indigen verwalteten Schutzgebiete der Welt, ob an Land oder im Meer.
„Bei dieser Partnerschaft geht es darum sicherzustellen, dass die Meeresschutzgebiete von Rapa Nui nicht nur ausgewiesen, sondern auch wirksam verwaltet und über Generationen hinweg erhalten werden“, sagte Jose Luis Cabello von der Naturschutzorganisation Island Conservation, die die Partnerschaft mitorganisiert hat. Ziel sei es, aus Schutz auf dem Papier echten Nutzen für Menschen und die Artenvielfalt zu machen.
Das Management umfasst künftig Ranger-Patrouillen und die Durchsetzung von Regeln, wissenschaftliches Monitoring sowie den Austausch mit der Gemeinschaft, um traditionelles Wissen der Rapa-Nui-Bevölkerung mit wissenschaftlichen Methoden zu verbinden. Finanziert wird das Programm unter anderem von der Packard Foundation, einer US-amerikanischen Stiftung.
Für seine strengen Standards erhielt das Schutzgebiet, das den Namen Te Moana Tapu a Hotu Matuʻa trägt, kürzlich den international anerkannten Blue Park Award. Forscher vermuten zudem, dass in dem neu geschützten Meeresgebiet bislang unentdeckte Brutkolonien mehrerer bedeutender Walarten leben könnten, darunter Blauwale, Finnwale und Buckelwale.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„Rund um die Osterinsel entscheiden jetzt erstmals die Ureinwohner selbst mehrheitlich über eines der größten Meeresschutzgebiete der Welt."
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