Klimakommunikation auf OnlyFans erreicht Millionen
Eine Journalistin nutzt die Plattform, um Klimabotschaften an neue Zielgruppen zu bringen – mit Erfolg.

Die Klimakrise ist eines der drängendsten Probleme unserer Zeit – doch viele Menschen schalten ab, sobald das Thema aufkommt. Das liegt nicht an mangelnder Intelligenz, sondern an der Art, wie Klimabotschaften oft verpackt werden: bedrohlich, ohne Ausweg, ohne emotionale Bindung. Jessica Riches, eine Kommunikationsexpertin, hat sich zur Aufgabe gemacht, genau diese Barriere zu durchbrechen. Ihr Projekt Headline Newds nutzt eine ungewöhnliche Plattform: OnlyFans, ein Online-Abonnementdienst, der vor allem für Inhalte für Erwachsene bekannt ist.
Die Idee: Mit Comedy- und OnlyFans-Stars zusammenarbeiten, um Klimawissenschaft, politische Zusammenhänge und Lösungen zu vermitteln – und zwar genau dort, wo sich die Zielgruppe aufhält. OnlyFans lebt von parasozialen Beziehungen, also von der intensiven, einseitigen Bindung zwischen Fan und Star. Diese Nähe nutzt Riches, um Menschen zu erreichen, die sonst an Klimainhalten vorbeiscrollen. Die Rechnung ging auf: Die Videos wurden millionenfach geklickt. In ihren Direktnachrichten erreichen Riches Männer, die sich über die Untätigkeit der Regierungen empören, Angst um die Ozeane haben und wütend sind über die jahrelange Desinformation durch Konzerne. Viele von ihnen sind einsam oder in einer Generation aufgewachsen, in der das Zeigen von Emotionen bestraft wurde – und haben nie zuvor eine Klimabotschaft erhalten, die sie wirklich erreicht hat.
Doch der Erfolg hat Grenzen. Die Accounts aller beteiligten Creator wurden von Instagram mit einem sogenannten Shadowban belegt: Der Algorithmus empfiehlt ihre Inhalte nicht mehr an Nicht-Follower, weil sie als „anstößig“ gelten könnten. Riches kritisiert, dass die Regulierung von Inhalten zwar wichtig sei, aber die Ungleichheit offenbare: Die Darstellung von nackter Haut und menschlicher Sexualität werde härter bestraft als die Zerstörung des Planeten durch Profitgier. Sie selbst trat OnlyFans bei, um der Klimakommunikationsbranche zu zeigen, dass man alles versuchen müsse, um in einem Mediensystem Gehör zu finden, das einen unterdrücken wolle.
Riches betont: Die Apokalypse, die viele erwarten, sei nicht unvermeidbar. Man wisse, wie man die bereits eingetretenen Folgen überleben könne – und vor allem, wie man die Krise aufhalten könne. Dafür müsse man die Systeme abbauen, die Politiker, fossile Milliardäre und die von ihnen kontrollierten Medien errichtet hätten, um den Status quo zu schützen. Das Projekt Headline Newds ist ein Beispiel dafür, wie unkonventionelle Wege in der Kommunikation neue Türen öffnen können – auch wenn der Weg steinig ist.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„Eine Journalistin hat auf OnlyFans Klimabotschaften verbreitet – und Millionen Menschen erreicht. Krass, oder?"
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