Mangrovenwälder erholen sich weltweit
Dank langsamerer Abholzung gleicht neues Wachstum die Verluste fast aus – nur 1% Rückgang seit 1980ern.

Mangroven sind die stillen Helden der Küsten: Sie wachsen im Salzwasser, ihre Wurzeln halten das Land fest, schützen vor Stürmen und speichern enorm viel Kohlenstoff. Doch jahrzehntelang wurden sie rücksichtslos gerodet – für Shrimp-Farmen, Palmölplantagen oder Siedlungen. Viele Forscher fürchteten, diese einzigartigen Ökosysteme seien unwiederbringlich verloren.
Eine neue Studie der Tulane University in New Orleans gibt nun Anlass zur Hoffnung. Die Forscher werteten Satellitenbilder der NASA-Landsat-Missionen von 1984 bis 2023 aus – mit einer bisher unerreichten Auflösung von 30 Metern. Das Ergebnis: Seit etwa 2010 gleicht das natürliche Wachstum der Mangroven die Verluste durch Abholzung fast vollständig aus. Insgesamt sind die globalen Mangrovenflächen seit den 1980er Jahren nur um etwa ein Prozent geschrumpft – ein Bruchteil früherer Schätzungen.
„Unsere Studie zeigt neue Erkenntnisse zur Erholung der Mangroven“, sagt Hauptautor Zhen Zhang. „Die Abholzungs- und Degradationsraten verlangsamen sich.“ Besonders ermutigend: Die Wälder werden nicht nur mehr, sondern auch dichter. Der Anteil der geschlossenen Kronendach-Wälder – also besonders dichter, artenreicher Bestände – stieg von etwa 50 Prozent in den 1980ern auf rund 58 Prozent im Jahr 2023. Das bedeutet mehr Kohlenstoff im Holz, stabilere Küsten und bessere Lebensbedingungen für Fische, Krabben und Vögel.
Die Erholung ist kein Zufall. In vielen Ländern wurden Schutzgebiete eingerichtet, Wiederaufforstungsprojekte gestartet und die Umwandlung in Aquakulturen eingeschränkt. Die Studie zeigt, dass diese Maßnahmen wirken – und dass Natur sich erholen kann, wenn man sie lässt. Allerdings warnt Zhang: „Die Erholung ist fragil. Sie hängt vom anhaltenden Schutz und der Reduzierung lokaler Bedrohungen ab.“
Für den Klimaschutz sind Mangroven von unschätzbarem Wert: Sie speichern pro Hektar bis zu fünfmal mehr Kohlenstoff als tropische Regenwälder. Ihre Erholung ist daher nicht nur eine gute Nachricht für die Artenvielfalt, sondern auch für das Weltklima. Die Studie zeigt: Es ist nie zu spät, einen Trend umzukehren.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„Mangroven galten als verloren – jetzt zeigt eine Studie: Sie erholen sich weltweit. Das gibt Hoffnung."
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