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Morde in US-Städten so selten wie seit Jahrzehnten nicht mehr

Seit 2024 ist die US-Mordrate so stark gesunken wie zuletzt in den 1990ern – die Gründe sind bislang unklar.

Die meisten Tötungsdelikte in den USA werden mit Schusswaffen begangen, weshalb die landesweite Mordrate zugleich ein Gradmesser für Waffengewalt ist. Seit einigen Jahren zeigt dieser Gradmesser in eine überraschend deutliche Richtung: nach unten. Der Kriminalitätsdaten-Analyst Jeff Asher, der die Zahlen für die gemeinnützige Redaktion The Trace auswertet, spricht von einem zweiten Great Crime Decline, einem historischen Rückgang der Gewaltkriminalität, wie es ihn zuletzt in den 1990er-Jahren gab.

Damals fiel die US-Mordrate von 9,8 auf 5,5 Tötungsdelikte pro 100.000 Einwohner, ein Rückgang um 44 Prozent innerhalb eines Jahrzehnts. Der aktuelle Rückgang sei laut Asher noch nie so lange so groß gewesen – außer eben in den 1990ern. Seit mittlerweile drei, bald vier Jahren sinken die Zahlen deutlich, inzwischen liegen sie unter dem Niveau von vor der Corona-Pandemie.

Besonders auffällig sind die Werte in einzelnen Städten: New York verzeichnete bis April 2026 so wenige Morde wie nie zuvor seit Beginn der monatlichen Erfassung im Jahr 1960. Auch Philadelphia, Baltimore, New Orleans und Chicago meldeten historische Tiefstände. Landesweit deutet die Datenlage darauf hin, dass die USA aktuell bei der niedrigsten je vom FBI erfassten Mordrate liegen könnten – wobei Asher zur Vorsicht mahnt, weil unterschiedliche Behörden wie das FBI und die Gesundheitsbehörde CDC leicht abweichende Zahlen liefern.

Nach Ashers Schätzung bedeutet der Rückgang, dass es im vergangenen Jahr etwa 6.000 bis 8.000 weniger Mordopfer gab als in den Jahren 2020 bis 2022, als die Zahlen wegen der Pandemie deutlich gestiegen waren. Das sei ein bemerkenswerter Rückgang, sagt Asher. Niemand habe vorhergesagt, dass das passieren würde.

Was die Entwicklung besonders bemerkenswert macht: Eine einfache Erklärung dafür gibt es nicht. Der Rückgang zeigt sich in ganz unterschiedlichen Städten, obwohl gleichzeitig weniger Polizistinnen und Polizisten im Dienst sind, Schusswaffen weiterhin leicht verfügbar sind und Armut sowie Ungleichheit anhalten. Klassische politische Erklärungsmuster lassen sich damit nur schwer belegen.

Gerade deshalb wäre es wichtig zu verstehen, was tatsächlich hinter dem Rückgang steckt. Doch Fördergelder für genau diese Forschung wurden zuletzt gekürzt. Sollte der Trend anhalten, dürfte er dennoch für Millionen Menschen in amerikanischen Städten spürbar sicherer machen – unabhängig davon, ob die genauen Ursachen je vollständig geklärt werden.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„In New York gab es 2026 so wenige Morde wie noch nie seit Beginn der Zählung 1960 – und niemand weiß so richtig, warum."

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