Schutzzaun in Hawaii rettet Tausende Seevögel vor Räubern
Auf Hawaii bedrohen eingeschleppte Räuber wie verwilderte Katzen und Schweine die einheimischen Seevögel, die auf dem Boden brüten und sich gegen solche Fressfeinde evolutionär nicht wehren können. 2022 wurde deshalb auf Kauai ein 3,4 Kilometer langer Spezialzaun fertiggestellt, der 68 Hektar Brutgebiet am Kīlauea Point umschließt und für 1,7 Millionen Dollar Katzen, Schweine und sogar Ratten fernhält. Ein ähnlicher Zaun auf der Nachbarinsel Oahu ließ die Zahl der Küken des bedrohten Hawaii-Sturmtauchers innerhalb weniger Jahre auf das Vierfache steigen, wovon nun auch gefährdete Arten wie die Hawaii-Gans Nēnē profitieren. Solange die Inseln die eingeschleppten Räuber nicht dauerhaft loswerden, soll der Zaun als sichere Kinderstube dienen und den Bestand der Seevögel langfristig stabilisieren.
Auf Hawaii brüten viele Seevögel traditionell direkt am Boden, weil die Inseln ursprünglich keine Landraubtiere kannten – bis Menschen verwilderte Katzen, Schweine und Ratten mitbrachten, die Eier und Küken seither leicht erbeuten können. Um diese Bedrohung einzudämmen, ließ der US Fish and Wildlife Service gemeinsam mit lokalen Partnern 2022 auf der Insel Kauai den bislang längsten Räuberschutzzaun im gesamten Pazifik errichten. Der 11.200 Fuß, umgerechnet gut 3,4 Kilometer lange Zaun umschließt 168 Acres, etwa 68 Hektar, Brutgebiet rund um Nihokū und Mokolea Point im Kīlauea Point National Wildlife Refuge. Die Technik wurde ursprünglich in Neuseeland entwickelt und ist mehr als ein gewöhnlicher Zaun: Er ist zu hoch, um von Katzen oder Füchsen übersprungen zu werden, an der Oberkante mit einer glatten, krallensicheren Kappe versehen und reicht mit einer Gummimatte mehrere Zentimeter in den Boden, damit Schweine sich nicht darunter durchwühlen können. Ein feinmaschiges Metallgitter hält zudem selbst Ratten fern, ohne dass sich ein Tier hindurchzwängen oder es durchbeißen kann; der Bau kostete rund 1,7 Millionen US-Dollar. Ein vergleichbarer Zaun auf der Nachbarinsel Oahu zeigte bereits, was möglich ist: Dort vervierfachte sich in den ersten Jahren nach der Fertigstellung die Zahl der Küken des bedrohten Hawaii-Sturmtauchers.
Vier Jahre nach der Fertigstellung auf Kauai brüten in dem geschützten Gebiet nun wieder zahlreiche Arten, die zuvor massiv unter den eingeschleppten Räubern litten – darunter Rotfußtölpel, Rot- und Weißschwanz-Tropikvögel, Fregattvögel sowie der bedrohte Hawaii-Sturmvogel und der Laysanalbatros. Auch die vom Aussterben bedrohte Hawaii-Fledermaus und die ebenfalls stark gefährdete Nēnē, die Hawaii-Gans und zugleich Wappentier des Bundesstaates, finden hinter dem Zaun Schutz. Nistplätze, die noch vor wenigen Jahren häufig zur Falle für Küken wurden, dienen den Vögeln heute wieder als sichere Kinderstube, in der sie ihren jahrhundertealten Instinkten folgen können. Ein weiterer Vorteil des Standorts: An der Nordküste von Nihokū und Mokolea gibt es kaum künstliches Licht, das Vögel wie Sturmvögel, die sich an Sternen und Mond orientieren, in die Irre führen könnte, und auch keine Stromleitungen, mit denen die Tiere kollidieren könnten.
Solange Hawaii die eingeschleppten Räuber nicht flächendeckend eindämmen oder entfernen kann, soll der Zaun als dauerhaftes Schutzgebiet dienen – eine Art Kinderstube, die den Bestand der ikonischen Seevögel langfristig sichert. Für Naturschützer ist das Projekt ein Beleg dafür, dass sich der Rückgang bedrohter Arten mit vergleichsweise einfachen, aber konsequent umgesetzten Maßnahmen aufhalten lässt.
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- Archiv vor September 2026, nicht nach heutigem Verfahren geprüft. Berichtet von Good News Network.
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