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Nachhaltige Holzwirtschaft speichert mehr CO₂ im Kongobecken

Selektive Abholzung macht 57% der Kohlenstoffbindung im Kongobecken aus – ein überraschender Klimaschutzbeitrag.

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Selektive Abholzung macht 57% der Kohlenstoffbindung im Kongobecken aus – ein überraschender Klimaschutzbeitrag.

Die Regenwälder des Kongobeckens sind die größte Kohlenstoffsenke des Planeten: Auf 3,3 Millionen Quadratkilometern – etwa der Fläche Indiens – atmen Bäume Kohlendioxid aus der Atmosphäre ein und verwandeln es in Blätter, Rinde und Äste. Damit bremsen sie den Klimawandel. Doch eine neue Studie, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Nature Communications, stellt eine überraschende These auf: Der beste Weg, noch mehr Kohlenstoff zu binden, könnte sein, einige Bäume zu fällen.

Die Forscher um Le Bienfaiteur Sagang von der University of California, Los Angeles, entwickelten ein lernfähiges Computerprogramm. Es kombinierte Satellitendaten der letzten 30 Jahre mit Laserscans aus der Luft, die die Kohlenstoffmengen über dem Boden messen. Das Ergebnis: In Gebieten, in denen kontrolliert und nachhaltig Holz geschlagen wird, wird 57 Prozent des gesamten Kohlenstoffs im Kongobecken gespeichert. Das ist mehr als in unberührten Wäldern.

„Die Frage ist: Ist Holzwirtschaft nur schlecht für die Umwelt?“, sagt Sagang. „Können wir diese Wälder nutzen, ihnen mehr Wert geben, Arbeitsplätze schaffen und trotzdem einen guten Beitrag zum Klima leisten?“ Die Studie legt nahe: Ja – wenn die Nutzung nachhaltig erfolgt. Denn junge, schnell wachsende Bäume binden mehr CO₂ als alte, und selektive Abholzung schafft Platz für neues Wachstum.

Das klingt paradox, hat aber einen einfachen Grund: Wälder sind keine statischen Lagerhäuser, sondern lebendige Systeme. Werden einzelne Bäume entnommen, dringt mehr Licht zum Boden, junge Bäume wachsen schneller und die gesamte Biomasse nimmt zu. Vorausgesetzt, die Abholzung bleibt maßvoll und die Wälder können sich regenerieren. Die Studie zeigt, dass genau das im Kongobecken passiert – wenn die Regeln eingehalten werden.

Für die sechs Länder des Kongobeckens – darunter die Demokratische Republik Kongo, Gabun und Kamerun – ist das eine wichtige Botschaft. Sie stehen unter Druck: Einerseits brauchen sie Einnahmen und Arbeitsplätze, andererseits wollen sie ihre Wälder schützen. Die Studie bietet einen Ausweg: Nachhaltige Forstwirtschaft kann beides leisten. Sie schützt das Klima, erhält die Artenvielfalt und gibt den Menschen eine Perspektive.

Kritiker warnen, dass jede Abholzung Risiken birgt – etwa für seltene Tierarten oder indigene Gemeinschaften. Doch die Forscher betonen: Es geht nicht um Raubbau, sondern um intelligente Bewirtschaftung. Die Studie liefert erstmals harte Daten, die zeigen, dass dieser Weg funktionieren kann. „Wir müssen aufhören, Wälder entweder als unberührte Heiligtümer oder als reine Ressource zu sehen“, sagt Sagang. „Die Wahrheit liegt dazwischen.“

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Archiv vor September 2026, nicht nach heutigem Verfahren geprüft. Berichtet von Mongabay.
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