Gesundheit

Neue HIV-Infektionen weltweit seit 2010 um 42 Prozent gesunken

Ein neuer WHO-Bericht zeigt: Aids-Todesfälle sanken seit 2010 um 57 Prozent – trotz wachsender Finanzierungslücken.

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Ein neuer WHO-Bericht zeigt: Aids-Todesfälle sanken seit 2010 um 57 Prozent – trotz wachsender Finanzierungslücken.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einen neuen Bericht veröffentlicht, der die Fortschritte im Kampf gegen HIV, virale Hepatitis und sexuell übertragbare Infektionen (STIs) seit Verabschiedung der globalen Gesundheitsstrategien 2022 bewertet. Vorgestellt wurde er während der 26. Internationalen Aids-Konferenz und kurz vor dem Welt-Hepatitis-Tag am 28. Juli.

Die zentrale Zahl des Berichts: Seit 2010 sind neue HIV-Infektionen weltweit um 42 Prozent gefallen, Aids-bedingte Todesfälle sogar um 57 Prozent. Bis Ende 2025 erhielten schätzungsweise 32 Millionen Menschen mit HIV eine Behandlung. „Dieser Bericht erzählt zwei Geschichten", sagt WHO-Generaldirektor Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus dazu. „Er zeigt, was möglich ist, wenn Länder in Gesundheit, Gemeinschaften und Wissenschaft investieren. Aber er zeigt auch, wie schnell Fortschritt durch Finanzierungslücken, humanitäre Notlagen und anhaltende Ungleichheit wieder zunichtegemacht werden kann."

Auch bei viraler Hepatitis gibt es Fortschritte: Die jährlichen Hepatitis-B-Neuinfektionen sind seit 2015 um 32 Prozent gesunken, Todesfälle durch Hepatitis C weltweit um 12 Prozent. Bei sexuell übertragbaren Infektionen fällt die Bilanz gemischter aus – Länder haben zwar Vorsorgeprogramme und Syphilis-Screenings in der Schwangerschaft verbessert, gleichzeitig steigen die Fallzahlen in mehreren Regionen, und Antibiotikaresistenzen bei Gonorrhoe nehmen zu.

Als wichtigsten Hebel für weitere Fortschritte nennt der Bericht die Integration der Versorgung: Länder mit den stärksten Ergebnissen liefern HIV-, Hepatitis- und STI-Leistungen zunehmend gemeinsam mit Tuberkulose-, Mutter-Kind- und allgemeiner Gesundheitsversorgung über die hausärztliche Grundversorgung. Als vielversprechendes neues Werkzeug nennt die WHO unter anderem das nur zweimal jährlich zu spritzende Präparat Lenacapavir zur HIV-Vorsorge, das bereits in zehn Ländern eingeführt wird und in vierzehn weiteren geplant ist.

Der Bericht macht aber auch deutlich, wie zerbrechlich diese Fortschritte bleiben: Weltweit fehlt noch immer 9 Millionen Menschen der Zugang zu lebensrettender HIV-Behandlung, und Kürzungen internationaler Gelder haben 2025 Präventionsprogramme in mehreren Ländern unterbrochen, wodurch die Nutzung von HIV-Vorsorgemedikamenten in einigen Regionen bereits zurückging. Bei Hepatitis B sind die Todesfälle trotz aller Fortschritte bei Neuinfektionen seit 2015 sogar um 17 Prozent gestiegen, weil Diagnose und Behandlung vielerorts weiterhin unzureichend sind.

„Diese Bewertung ist mehr als nur ein Fortschrittsbericht – sie ist eine praktische Anleitung zum Handeln für die zweite Hälfte dieser Strategieperiode", sagt Dr. Tereza Kasaeva, die bei der WHO die Abteilung für HIV, Tuberkulose, Hepatitis und STIs leitet. Der Bericht erscheint kurz nach der Verabschiedung einer neuen politischen UN-Erklärung zu HIV/Aids, die die genannten Verpflichtungen der Mitgliedsstaaten untermauern soll.

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Archiv vor September 2026, nicht nach heutigem Verfahren geprüft. Berichtet von WHO News.

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