Geparden kehren nach 30 Jahren nach Sambia zurück
Nach fast 30 Jahren ohne Sichtung leben wieder sechs Geparden in Sambias Luangwa-Tal – zwölf weitere sollen bis 2027 folgen.

Fast 30 Jahre lang gab es im Großraum Luangwa im Osten Sambias keine bestätigte Sichtung eines Geparden mehr. Der schnellste Landbewohner der Erde war aus der Region verschwunden, nachdem in den 1990er Jahren mehrere Ausbrüche der Tierseuche Milzbrand und eine zunehmende Störung ihres Lebensraums die Population ausgelöscht hatten. Jetzt kehren die Raubkatzen zurück: Anfang Juli brachten Sambias Nationalparkbehörde DNPW und mehrere Naturschutzorganisationen, darunter der südafrikanische Endangered Wildlife Trust (EWT), sechs Geparden – drei Männchen und drei Weibchen – in einen abgelegenen Teil des Nord-Luangwa-Nationalparks.
Die Tiere stammen aus privaten Wildreservaten in Südafrika, wo sie eigens für solche Umsiedlungsprojekte gehalten werden. Sie sind der erste von drei geplanten Transporten: Ein weiteres halbes Dutzend Geparden soll bereits im August folgen, eine dritte Gruppe im August 2027. Am Ende sollen so 18 Tiere eine neue, sich selbst tragende Population im Großraum Luangwa bilden.
Möglich wird die Rückkehr, weil sich die Lebensgrundlagen in der Region deutlich verbessert haben. „Viele der Bedrohungen, die vermutlich zum Verschwinden der Geparden aus Luangwa in den 1990er Jahren beigetragen haben, sind deutlich zurückgegangen", sagte Olivia Sievert, die das Cheetah-Metapopulation-Projekt des EWT leitet, gegenüber dem Portal Mongabay. Schutzbemühungen in den beiden großen Nationalparks Nord- und Süd-Luangwa hätten dazu geführt, dass sich die Beutetierbestände erholt haben – und mit ihnen auch andere große Raubtiere wie Löwen und Afrikanische Wildhunde, die sich mittlerweile wieder im gesamten Ökosystem ausbreiten.
Was den Geparden fehlte, war schlicht die Gelegenheit, von selbst zurückzukommen. „Geparden können das Luangwa-Tal nicht von allein wiederbesiedeln, weil die nächsten überlebensfähigen Populationen zu weit entfernt und zu isoliert sind, als dass eine natürliche Ausbreitung stattfinden könnte", erklärte Sievert. Deshalb sei eine aktive Wiederansiedlung der einzig realistische Weg, um die Art in der Region wiederherzustellen.
Der Gepard gilt in weiten Teilen Afrikas als gefährdet, seine historische Verbreitung ist auf einen Bruchteil der einstigen Fläche geschrumpft. Jede erfolgreiche Wiederansiedlung vergrößert daher nicht nur die lokale, sondern auch die gesamtafrikanische Population einer Art, die zunehmend auf isolierte, vom Menschen unterstützte Bestände angewiesen ist. Ob das sambische Projekt langfristig gelingt, wird sich erst zeigen, wenn die Tiere sich in ihrem neuen Lebensraum fortpflanzen – doch der erste Schritt, drei Jahrzehnte nach dem letzten bestätigten Nachweis, ist bereits gemacht.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„Fast 30 Jahre gab es dort keinen einzigen Geparden mehr. Jetzt wurden die ersten sechs Tiere in ihre alte Heimat in Sambia zurückgebracht."
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