Neue US-Karte zeigt Ausbrüche von Masern & Co. in Echtzeit
Masern, Keuchhusten, Hirnhautentzündung – gegen alle drei gibt es Impfungen, trotzdem war es für Ärztinnen, Behörden und Eltern in den USA bisher schwer, aktuelle und vergleichbare Ausbruchszahlen zu finden. Die Johns-Hopkins-Universität hat gemeinsam mit den US-Gesundheitsbehörden der Bundesstaaten einen neuen „US Disease Tracker" gestartet, der solche Ausbrüche offen und übersichtlich als Karten und Grafiken zeigt. Zum Start liefern zehn Bundesstaaten direkt Daten, mehr als 15 weitere haben ihre Teilnahme für 2026 zugesagt – langfristig sollen mehr als 25 Verwaltungsgebiete mitmachen. Ziel ist es, Behörden, medizinischem Personal und der Öffentlichkeit verlässlichere, einheitlichere Daten zu geben, um Ausbrüche früher zu erkennen und gezielter zu reagieren.
Während der Corona-Pandemie wurde vielen schmerzhaft klar, wie wichtig – und wie lückenhaft – öffentlich zugängliche Gesundheitsdaten in den USA sein können. Diese Lehre steckt hinter einem neuen Projekt: dem „US Disease Tracker“, einer Website, die den Verlauf impfpräventabler Krankheiten in den USA öffentlich sichtbar macht.
Entwickelt wurde die Plattform von der Johns-Hopkins-Universität gemeinsam mit dem Verband der Bundesstaaten-Gesundheitsbehörden (ASTHO) und dem Verband staatlicher Epidemiolog:innen, in Zusammenarbeit mit den Gesundheitsämtern einzelner Bundesstaaten. Sie soll die bestehende Überwachungsinfrastruktur der US-Seuchenschutzbehörde CDC ergänzen, aber offener und leichter zugänglich sein.
Zum Start erfasst der Tracker drei Krankheiten: Masern, Hirnhautentzündung (Meningitis) und Keuchhusten. Weitere impfpräventable Krankheiten sollen folgen. Die Daten werden nach Bundesstaat und teils nach kleineren Verwaltungseinheiten aufgeschlüsselt, dazu nach Altersgruppen – so lässt sich erkennen, welche Bevölkerungsgruppen ein Ausbruch besonders trifft.
„Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wertvoll zeitnahe, zugängliche Gesundheitsdaten sind – und wie wichtig einheitliche Standards dafür sind“, sagt Projekt-Mitleiterin Lauren Gardner, die an der Johns-Hopkins-Universität das Zentrum für Systemwissenschaften leitet und schon während der Pandemie eine vielgenutzte Corona-Datenkarte mitentwickelt hatte. Der Tracker beruhe auf standardisierten, geprüften Gesundheitsdaten und ermögliche dadurch ein vollständigeres, epidemiologisch aussagekräftigeres Bild der Lage.
Mehr als 25 Bundesstaaten und Verwaltungsgebiete haben bereits zugesagt mitzumachen. Zum Start liefern zehn Bundesstaaten ihre Daten direkt an den Tracker, mehr als 15 weitere wollen im Laufe des Jahres 2026 folgen. Für Regionen, die noch nicht direkt teilnehmen, greift die Website auf die Meldedaten der CDC zurück.
Die Beteiligten hoffen, dass der offene Zugang zu diesen Daten nicht nur Behörden und medizinischem Personal hilft, Ausbrüche früher zu erkennen und gezielter zu reagieren, sondern auch Eltern und der breiten Öffentlichkeit eine verlässliche, verständliche Informationsquelle bietet – gerade zu einem Zeitpunkt, an dem Falschinformationen zu Impfungen sich schnell verbreiten können.
Belegt durch
- Archiv vor September 2026, nicht nach heutigem Verfahren geprüft. Berichtet von Johns Hopkins Hub.