Neuer 200-Mio-Dollar-Fonds rettet 100 bedrohte Tierarten
Re:wild und der Bezos Earth Fund stecken je 100 Millionen Dollar in die Rettung von 100 bedrohten Arten.

Wenn eine Tierart nur noch aus einer Handvoll Exemplare besteht, gilt sie oft schon als praktisch verloren. Doch die Naturschutzforschung zeigt seit Jahren: Selbst solche Restpopulationen können sich erholen – wenn genug Geld, Zeit und lokale Partner vorhanden sind. Genau darauf setzt jetzt das «Phoenix Species Project», das die Naturschutzorganisation Re:wild des Schauspielers Leonardo DiCaprio gemeinsam mit dem Bezos Earth Fund gestartet hat.
Der Fonds startet mit 200 Millionen Dollar – jeweils 100 Millionen Dollar von Re:wild und vom Bezos Earth Fund. Das Geld soll 100 vom Aussterben bedrohten Arten aus 30 Ländern zugutekommen: Säugetiere, Amphibien, Reptilien, Vögel, Fische, Pflanzen und wirbellose Tiere. Darunter sind bekannte Namen wie der Goldkronen-Sifaka-Lemur, aber auch kaum bekannte Arten wie der Nachtpapagei, ein Bodenvogel aus den australischen Wüsten, der jahrzehntelang als verschollen galt, oder der Charco-Azul-Kärpfling, ein mexikanischer Süßwasserfisch, der in freier Wildbahn bereits als ausgestorben gilt.
Der entscheidende Unterschied zu bisherigen Förderprogrammen liegt in der Laufzeit. „Dieser Fonds konzentriert sich auf die tatsächliche Erholung der Arten – nicht nur darauf, den Rückgang zu stoppen“, sagt Barney Long, leitender Direktor bei Re:wild. Jede der 100 Arten erhält eine gesicherte Förderung über fünf Jahre, statt sich Jahr für Jahr neu um kurzfristige Zuschüsse bemühen zu müssen. Naturschützer vor Ort können dadurch langfristig planen, anstatt ständig neue Anträge zu schreiben.
Eine 2021 in der Fachzeitschrift Conservation Biology veröffentlichte Studie hatte gezeigt, dass selbst auf wenige Individuen geschrumpfte Populationen sich erholen können, wenn ausreichend Geld und verlässliche lokale Partner vorhanden sind. Beim Nashorn, beim Tiger oder beim Goldkronen-Lemur ist genau das bereits gelungen – und mit der Erholung der Tierart erholten sich jeweils auch ganze Ökosysteme, von denen die Art abhängt. „Wir haben die Werkzeuge, um diese Arten vor dem Aussterben zu bewahren“, sagt der leitende Manager des Projekts. „Wir müssen nur noch die Mittel mobilisieren.“
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
So erzählst du es weiter
„Re:wild und der Bezos Earth Fund stecken 200 Millionen Dollar in die Rettung von 100 fast ausgestorbenen Arten – mit fünf Jahren gesicherter Finanzierung."
Magst du solche Geschichten?
Hol dir jeden Morgen eine — kuratiert, belegt, werbefrei. Kein Doomscrolling.
Weiteres aus tiere
Asiatische Wildesel kehren nach 65 Jahren in die Ostmongolei zurück
Durch das Entfernen von Zäunen entlang der Transmongolischen Eisenbahn wird die Wiederbesiedlung ermöglicht.
KI für die Baumkronen: TropiCam-AI erfasst bedrohte Arten
Neues Modell schließt Lücke bei der Überwachung von baumbewohnenden Tieren in tropischen Wäldern
Thunfischbestände erholen sich weltweit
Quoten und Kontrollen lassen Atlantischen Blauflossen-Thunfisch zurückkehren