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Neuseeland: Māori und Staat schützen gemeinsam neue Meeresgebiete

Fünf neue Meeresschutzgebiete vor Neuseeland stehen erstmals unter Māori- und Staatsaufsicht – nach zehn Jahren Vorarbeit.

19. August 2026 2 Min. Lesezeit KI-recherchiert · von Menschen verantwortet Quelle: Mongabay

Ein Meeresschutzgebiet ist ein Bereich im Ozean, in dem Fischfang und andere Eingriffe eingeschränkt oder verboten sind, damit sich Lebensräume wie Riffe, Tangwälder und der Meeresboden erholen können. In Neuseeland ist genau ein solches Schutzgebiet jetzt Realität geworden – allerdings anders, als es die Regierung ursprünglich plante.

2015 hatte der damalige Premierminister John Key bei einem UN-Treffen ein riesiges Schutzgebiet im Norden des Landes angekündigt, das sogenannte Kermadec Ocean Sanctuary. Das Projekt scheiterte, weil die Regierung die Māori, die indigene Bevölkerung Neuseelands, kaum in die Planung einbezogen hatte und damit seit Jahrzehnten gesicherte Fischereirechte der Māori verletzte. Viele Māori-Gruppen forderten stattdessen, als gleichberechtigte Partner an Entscheidungen über ihre eigenen Gewässer beteiligt zu werden.

Im Südosten des Landes, rund um die Stadt Dunedin, entstand parallel ein anderer Ansatz: ein Netzwerk aus mehreren kleinen Meeresschutzgebieten, das über mehr als zehn Jahre gemeinsam von der Basis und von Behörden entwickelt wurde. Am 1. Juli 2026 wurden fünf dieser Schutzgebiete offiziell eingerichtet. Sie sollen Lebensräume am Meeresboden schützen – darunter Unterwasser-Canyons, Felsriffe, Gezeitenlagunen und Tangwälder, in denen zahlreiche Fischarten und andere Meereslebewesen Schutz und Nahrung finden.

Das Netzwerk trägt den Namen Te Au Roa o Te Rakihouia und wird gemeinsam vom Māori-Stamm Kāi Tahu (auch Ngāi Tahu genannt) und der staatlichen Naturschutzbehörde Department of Conservation verwaltet. Entscheidungen werden gemeinsam getroffen, und ein gemischtes Team aus Māori- und staatlichen Meeresrangern kümmert sich künftig um die Überwachung der Gebiete. Damit sind es die ersten Meeresschutzgebiete Neuseelands, die von indigener Bevölkerung und Staat gemeinsam geführt werden.

Der Unterschied zum gescheiterten Plan von 2015 könnte kaum größer sein: Statt einer Entscheidung von oben ist das neue Netzwerk das Ergebnis jahrelanger Basisarbeit der Māori-Gemeinschaft selbst. Für die Kāi Tahu ist das ein Präzedenzfall, der ihre traditionelle Verantwortung für ihre Gewässer nun auch rechtlich verankert. Für den Naturschutz insgesamt ist es ein Modell, das zeigen könnte, wie sich Schutzgebiete mit den Menschen vor Ort einrichten lassen – statt gegen sie.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Ein Schutzplan scheiterte 2015, weil niemand die Māori gefragt hatte. Zehn Jahre später haben sie ihr eigenes Meeresschutzgebiet – gemeinsam mit dem Staat."

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