Okefenokee-Sumpf in den USA wird UNESCO-Weltnaturerbe
Das 163.000 Hektar große Feuchtgebiet in Georgia beherbergt über 850 Pflanzen- und rund 400 Tierarten.
Der Okefenokee-Sumpf im US-Bundesstaat Georgia gehört ab sofort zu den UNESCO-Weltnaturerbestätten und reiht sich damit in eine Liste ein, auf der bislang nur der Grand Canyon, der Yellowstone-Nationalpark, die Sequoia-Wälder und die Everglades unter den amerikanischen Naturwundern vertreten waren.
Der Großteil des Sumpfes liegt innerhalb des 403.000 Hektar großen Okefenokee National Wildlife Refuge, eines bundesstaatlich geschützten Wildtierreservats, das östlich des Mississippi mehr Besucher zählt als jedes andere seiner Art. Der Schutz des Gebiets reicht weit zurück: Bereits 1918 – nachdem zu diesem Zeitpunkt bereits rund eine Million Kubikmeter Holz aus dem Sumpf geschlagen worden waren – begannen erste Bemühungen, die Landschaft zu bewahren. Die US-Regierung erwarb 1936 den größten Teil des Gebiets, ein Jahr später wurde es offiziell zum Wildtierreservat erklärt. Es folgten weitere Auszeichnungen als Wildnisgebiet und als international bedeutsames Feuchtgebiet nach der RAMSAR-Konvention, bevor die Nominierung für die UNESCO-Liste 2023 eingereicht wurde.
Der Okefenokee ist das größte zusammenhängende, tiefliegende subtropische Süßwasser-Moor der Welt und Teil eines der bedeutendsten Biodiversitäts-Hotspots Nordamerikas. Auf dem Schutzgebiet wechseln sich Feuchtgebiete, Savannen und Wälder ab, darunter Bestände der stark gefährdeten Langblättrigen Kiefer, von der weltweit noch weniger als drei Prozent der ursprünglichen Fläche existiert. Die mächtigen Torfschichten des Sumpfes dienen nicht nur als Archiv vergangener Klimaperioden, sondern speichern auch große Mengen Kohlenstoff.
Insgesamt zählen Forscher im Gebiet mindestens 856 Pflanzenarten, 48 Säugetier-, 238 Vogel-, 39 Fisch- sowie 90 Reptilien- und Amphibienarten – darunter Zugvögel, bedrohte Arten, eine große Population Amerikanischer Alligatoren und eine bemerkenswerte Vielfalt fleischfressender Pflanzen. Seine charakteristische Form verdankt der Sumpf einem natürlichen Zyklus aus Dürre und Feuer, der sich alle 20 bis 30 Jahre wiederholt und Vegetation sowie Torfbildung entscheidend prägt.
Mit der Aufnahme in die UNESCO-Liste erhält dieser jahrzehntelange Schutz nun internationale Anerkennung – ein Status, der Aufmerksamkeit und langfristige Unterstützung für den Erhalt eines der artenreichsten Feuchtgebiete Nordamerikas sichern soll. Für die Region könnte der Titel zugleich den naturnahen Tourismus stärken, ohne dass sich am strengen Schutzstatus des Gebiets etwas ändert.
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„Ein Sumpf in Georgia ist jetzt UNESCO-Weltnaturerbe – mit über 850 Pflanzenarten und einer riesigen Alligator-Population."
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