Ökologie

Papageifische helfen den Malediven, über Wasser zu bleiben

Der Kot der Fische liefert Sand, der die Atolle gegen den steigenden Meeresspiegel wachsen lässt – jetzt werden sie geschützt.

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Der Kot der Fische liefert Sand, der die Atolle gegen den steigenden Meeresspiegel wachsen lässt – jetzt werden sie geschützt.

Auf den Atollen der Malediven wächst der Boden, auf dem die Inseln stehen, eigentlich ständig nach – dank eines unscheinbaren Mechanismus: Papageienfische fressen Algen und abgestorbenes Korallengestein und scheiden dabei feinen Sand aus. Dieser Sand lagert sich auf den Riffen ab und lässt die Inseln langsam mit dem Meeresspiegel mitwachsen – ein Prozess, den Fachleute Akkretion nennen.

Vor sechs Jahren bemerkte Shaha Hashim, wie in sozialen Medien immer häufiger Fotos und Berichte über den Fang genau jener Arten auftauchten, die für diesen Prozess unverzichtbar sind: Riesenmuscheln, Napoleon-Lippfische und verschiedene Papageienfischarten – Tiere, die auf den Fischmärkten der Atoll-Inseln plötzlich zu finden waren, obwohl maledivische Fischer sie traditionell kaum befischt hatten.

Ausgelöst wurde der Trend maßgeblich durch die Corona-Pandemie: Weil Beschäftigte in Touristenresorts ihre Jobs verloren, wurde Fischfang für viele zur einzigen verbliebenen Einnahmequelle. „Das war zu der Zeit die einzige Möglichkeit für sie, Geld zu verdienen“, sagte Hashim gegenüber Mongabay. Besonders beunruhigend fand sie die zunehmende Bejagung von Papageienfischen – zu jenem Zeitpunkt eine noch ungeschützte Art, obwohl sie eine Schlüsselrolle für die Sedimentbildung und die Regeneration von Korallenriff-Lebensräumen spielt.

Hashim ist inzwischen Mitgründerin und Geschäftsführerin der Organisation Maldives Resilient Reefs (MRR), die sich für den Schutz dieser unscheinbaren, aber für das Überleben der Inselgruppe entscheidenden Arten einsetzt. Der Küstenforscher Paul Kench von der University of Waikato in Neuseeland erklärt, warum das so wichtig ist: Akkretion, die Ablagerung von Sediment oberhalb des Wasserspiegels, ermögliche es den Atollen, sich auf natürliche Weise gegen den Klimawandel zu behaupten.

Die öffentliche Aufmerksamkeit, die Hashim und ihre Mitstreiterinnen über soziale Medien geschaffen haben, hat dazu beigetragen, dass gefährdete Riff-Arten heute stärker im Fokus von Schutzbemühungen stehen als noch vor wenigen Jahren. Für ein Land, dessen höchste natürliche Erhebung nur wenige Meter über dem Meeresspiegel liegt, ist der Schutz von Arten wie dem Papageienfisch damit weit mehr als klassischer Artenschutz – er ist Teil der natürlichen Verteidigungslinie der Malediven gegen den steigenden Meeresspiegel.

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Archiv vor September 2026, nicht nach heutigem Verfahren geprüft. Berichtet von Mongabay.