Ökologie Quezon

Philippinische Farm zeigt: Landwirtschaft mit Mangroven funktioniert

Die Glinoga-Farm in Quezon verbindet Reisanbau und Kokosplantagen mit intakten Feuchtgebieten – ein Modell für Küstenschutz und Ernährungssicherheit.

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Die Glinoga-Farm in Quezon verbindet Reisanbau und Kokosplantagen mit intakten Feuchtgebieten – ein Modell für Küstenschutz und Ernährungssicherheit.

Die Glinoga Integrated Farm in der philippinischen Provinz Quezon liegt in einer typischen Küstenlandschaft: Brackwasser-Fischteiche, einige noch aktiv, andere längst verlassen und von der Natur zurückerobert. Etwa vier Autostunden von Manila entfernt, ist die Farm sowohl über Land als auch über Wasser erreichbar – beide Wege führen durch Mangrovenwälder. „Wir haben die Dämme erhöht und die Mangroven stehen lassen, weil der niedrigste Teil oft überflutet wird“, erklärt Ninieveh Glinoga, die die Farm bewirtschaftet.

Die Farm erstreckt sich über Kokosnuss-bewachsene Hänge, die in terrassierte Reisfelder übergehen, und dahinter liegen unberührte Feuchtgebiete. Dieses Mosaik aus verschiedenen Landnutzungsformen war einst typisch für viele philippinische Küstengemeinden. Doch zunehmend werden diese wertvollen Ökosysteme durch Betonbauten und intensive Aquakultur zerstört – mit fatalen Folgen: Mangroven filtern Schadstoffe, schützen vor Sturmfluten und sind Kinderstube für unzählige Fischarten. Ihr Verlust gefährdet nicht nur die Artenvielfalt, sondern auch die Lebensgrundlage der Küstenbewohner.

Die Glinoga-Farm bietet einen Gegenentwurf. Statt die Natur zu verdrängen, arbeitet sie mit ihr. Die Familie Glinoga bewirtschaftet das Land seit Generationen, doch 2008 fanden sie es in einem desolaten Zustand vor: Ein Pächter hatte jahrelang Brandrodung betrieben, der Boden war kahl, der Rauch stand über den Feldern. „Das erste, was uns der Pächter vorsetzte, war einheimisches Huhn. Es gab kein Grünzeug, nur Salz“, erinnert sich Glinoga. Die Familie beschloss, den Hof neu zu beleben – aber anders.

Sie erhöhten die Dämme, um die Reisfelder vor Salzwasser zu schützen, ließen die Mangroven stehen und pflanzten zusätzlich Nipapalmen, eine für Feuchtgebiete typische Palmenart. Heute wachsen auf der Farm wieder Kokosnüsse, Kakao und Zuckerrohr – und zwar im Einklang mit dem Wasserhaushalt der Küste. Das Modell zeigt, dass sich Landwirtschaft und Küstenschutz nicht ausschließen müssen. Im Gegenteil: Die Mangroven stabilisieren den Boden, bieten Lebensraum für Fische und Krebse und puffern Sturmfluten ab – ein natürlicher Schutz, den keine Betonmauer bieten kann.

Die Farm ist mehr als ein landwirtschaftlicher Betrieb; sie ist ein lebendiges Labor für eine nachhaltige Küstenentwicklung. Während anderswo Mangroven für Fischteiche gerodet werden, beweist die Familie Glinoga, dass eine produktive Landwirtschaft möglich ist, ohne die Natur zu zerstören. Das Konzept könnte Schule machen: In vielen tropischen Küstenregionen kämpfen Gemeinden mit den Folgen von Überflutung und Biodiversitätsverlust. Die Glinoga-Farm zeigt einen Weg, wie Menschen von der Natur profitieren können, indem sie sie schützen – statt sie zu opfern.

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Archiv vor September 2026, nicht nach heutigem Verfahren geprüft. Berichtet von Mongabay.
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