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innovation Singapur · SG

Singapur eröffnet über 100 Nachfüllstationen für Putzmittel

Ohne Verpackung 30 Prozent günstiger: Die Stationen sollen verhindern, dass Plastikflaschen überhaupt Müll werden.

Singapurs Recyclingquote hat sich seit Jahren kaum bewegt: Nur etwa 11 Prozent des Abfalls der Stadt werden wiederverwertet, weit entfernt vom staatlichen Ziel von 70 Prozent bis zum Jahr 2030. Ein Haushaltsproduktehersteller setzt jetzt auf einen anderen Ansatz, um diese Stagnation zu durchbrechen: Er will verhindern, dass Verpackungsmüll überhaupt erst entsteht.

Das Unternehmen Lam Soon, das unter der Marke Bio-Home biologisch abbaubare Reinigungsmittel wie Waschmittel, Spülmittel und Bodenreiniger herstellt, baut zusammen mit dem Hardware-Start-up Ecoworks mehr als 100 Nachfüllstationen in der Stadt auf. An den Automaten, die wie Verkaufsautomaten funktionieren, können Kundinnen und Kunden ihre eigenen, größeren Behälter immer wieder auffüllen lassen, statt jedes Mal eine neue Plastikflasche zu kaufen.

Weil keine Verpackung mehr produziert werden muss, kann Lam Soon die Produkte an den Stationen rund 30 Prozent günstiger anbieten als im Handel – der Preis beginnt bei umgerechnet rund 3,30 Euro pro Liter. „Upstream"-Lösungen, also Veränderungen, die schon vor der Entstehung von Müll ansetzen, seien nötig, um die festgefahrene Recyclingquote zu überwinden, teilte das Unternehmen mit.

Für die technische Umsetzung investierte Lam Soon rund eine Million Singapur-Dollar in Ecoworks, das die Nachfüllstationen entwickelt hat und nun schrittweise in der ganzen Stadt installiert. Erste Stationen stehen bereits an zwei Universitäts-Campussen und einem Gemeindezentrum. „Ecoworks hat erkannt, was nötig ist, damit Wiederverwendung in großem Maßstab funktioniert – praktische, einheitliche Infrastruktur in jedem Stadtviertel", erklärte das Unternehmen.

Bewährt sich das Modell, könnte es zeigen, dass sich Umweltschutz und niedrigere Preise nicht ausschließen müssen, sondern sich gegenseitig verstärken können – ein Anreiz, der über Singapur hinaus für andere Städte mit ähnlich stagnierenden Recyclingquoten interessant sein dürfte. Ob das Modell die landesweite Recyclingquote tatsächlich merklich anheben kann, wird sich erst zeigen, wenn die geplanten 100 Stationen alle in Betrieb sind.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Singapur baut gerade über 100 Zapfsäulen – nicht für Benzin, sondern für Waschmittel. Und es wird sogar günstiger."

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