Ökologie

Suriname stoppt illegale Rodung seines Regenwalds

Die Regierung untersucht illegale Siedlungen und macht Agrar-Pläne für Hunderttausende Hektar Regenwald rückgängig.

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Die Regierung untersucht illegale Siedlungen und macht Agrar-Pläne für Hunderttausende Hektar Regenwald rückgängig.

Suriname ist eines der waldreichsten Länder der Erde: Fast 93 Prozent der Landesfläche sind von Regenwald bedeckt, viel davon ist bis heute kaum von Menschen berührter Primärwald – ein Lebensraum, dessen Verlust sich kaum rückgängig machen lässt und der große Mengen an Kohlenstoff speichert, die bei einer Rodung wieder freigesetzt würden.

Genau diesen Wald wollte die Regierung in den vergangenen Jahren in Teilen für die Landwirtschaft freigeben. Nun schlägt sie einen anderen Kurs ein: Bei einer Pressekonferenz am 4. August kündigte Präsidentin Jennifer Geerlings-Simons an, gegen Landentwickler vorzugehen, die illegal Regenwaldflächen roden, um dort Landwirtschaft und Viehzucht zu betreiben. „Die Menschen, die dort im Landesinneren aktiv sind und Land gerodet haben, um dort zu leben, sind dort illegal", sagte Geerlings-Simons laut der Umweltplattform Mongabay. „Und das bedeutet, dass wir Maßnahmen gegen sie ergreifen werden."

Nach Angaben der Regierung haben Behörden in den vergangenen Monaten begonnen, illegale Siedlungen zu untersuchen und die Flächenwidmung für Hunderttausende Hektar – größtenteils Primärwald – neu zu überprüfen. Diese Gebiete waren zuvor für Agrarprojekte vorgesehen.

Ein Teil der betroffenen Flächen hängt mit Mennoniten zusammen, einer konservativen christlichen Glaubensgemeinschaft, die aus anderen Teilen der Region nach Suriname eingewandert ist, um dort eigene, landwirtschaftlich geprägte Siedlungen aufzubauen. Bereits 2023 hatte Mongabay aufgedeckt, dass private Agrarinvestoren gemeinsam mit der Regierung an einem Pilotprogramm arbeiteten, das rund 1.000 Familien aus Bolivien und möglicherweise weiteren Teilen der Region auf bis zu 30.000 Hektar Land im Landesinneren ansiedeln sollte. In den Jahren 2023 und 2024 berichtete das Portal zudem, dass die Regierung plante, rund 467.000 Hektar größtenteils unberührten Regenwalds vom Ministerium für Bodenpolitik und Forstverwaltung an das Ministerium für Landwirtschaft, Viehzucht und Fischerei zu übertragen – ein Schritt, der den Weg für weitere Agrarprojekte freigemacht hätte.

Gegen diese Pläne hatte sich öffentlicher Widerstand geregt, der sich vor allem auf Surinames außergewöhnlich hohe Waldbedeckung von 93 Prozent berief. Die jetzt angekündigten Maßnahmen gegen illegale Siedler und die Überprüfung der Flächenwidmungen lesen sich als Reaktion auf diesen Druck.

Ob die Ankündigungen tatsächlich konsequent umgesetzt werden, muss sich erst noch zeigen – Regierungen kündigen Kontrollen leichter an, als sie durchzusetzen. Doch allein die Kursänderung ist bemerkenswert: Statt Primärwald systematisch für die Landwirtschaft zu öffnen, sichert die Regierung ihn vorerst wieder ab. Für eines der letzten großen, weitgehend intakten Regenwaldgebiete der Erde ist das eine gute Nachricht – und ein Beispiel dafür, dass öffentlicher Druck Regierungsentscheidungen noch ändern kann, bevor der Schaden endgültig ist.

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Primärquelle
Archiv vor September 2026, nicht nach heutigem Verfahren geprüft. Berichtet von Mongabay.

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