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Taiwan erkennt indigenes Volk Siraya nach Jahrzehnten an

Nach jahrzehntelangem Kampf ist die Siraya offiziell Taiwans 17. indigenes Volk – ein Sieg gegen frühere Zwangsassimilierung.

13. August 2026 2 Min. Lesezeit KI-recherchiert · von Menschen verantwortet Quelle: Mongabay

In Taiwan gehören die Pingpu zu den Ureinwohnern der fruchtbaren Tiefebenen entlang der Westküste – im Unterschied zu den Bergvölkern, die schon früher amtlich als indigene Gruppen erfasst wurden. Die Pingpu-Völker gerieten unter jahrhundertelanger Kolonialherrschaft durch Niederländer, Han-Chinesen und andere Mächte so stark unter Assimilationsdruck, dass ihre Sprachen fast ausstarben und der taiwanische Staat sie bis vor Kurzem nicht als eigene indigene Gruppen anerkannte.

Die Siraya, ursprünglich beheimatet in der Region um die heutige Stadt Tainan im Süden Taiwans, sind das größte dieser Pingpu-Völker. Ende Juli 2026 verkündete Premierminister Cho Jung-tai in einer Kabinettssitzung, dass die Siraya nun offiziell als 17. indigene Gruppe Taiwans anerkannt sind – unter dem Jubel anwesender Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinschaft. Möglich wurde der Schritt durch den im Oktober 2025 verabschiedeten Pingpu Indigenous Peoples Status Act, ein Gesetz, das erstmals einen rechtlichen Weg zur Anerkennung der Tiefland-Ureinwohner eröffnet.

„Wir sind endlich zu Hause angekommen", rief der Aktivist Wan Cheng-hsiung, Gründer der Tainan Siraya Cultural Association, in seiner Muttersprache. Auch Staatspräsident Lai Ching-te, der sich schon als Bürgermeister von Tainan und später als Vizepräsident für die Anerkennung der Siraya eingesetzt hatte, würdigte den Schritt am taiwanischen Tag der indigenen Völker als „historischen Moment" für Aufarbeitung und Gerechtigkeit.

Für die Siraya ist die offizielle Anerkennung mehr als ein symbolischer Akt: Sie eröffnet ihnen erstmals Zugang zu den gesetzlichen Schutz- und Förderrechten, die anderen indigenen Gruppen Taiwans bereits zustehen – etwa bei Bildung, Landnutzung und kultureller Förderung. Die Indigenous-Studies-Forscherin Jolan Hsieh, die selbst unter ihrem Siraya-Namen Bavaragh Dagalomai bekannt ist, ordnet den Erfolg realistisch ein: Die Wirkung der Anerkennung „könnte tiefgreifend sein, aber die Anerkennung selbst ist erst der Anfang".

Für die Siraya-Gemeinschaft bedeutet der Schritt vor allem eines: Nach Jahrhunderten, in denen ihre Identität von Kolonialmächten unterdrückt wurde, gilt ihre Kultur nun offiziell als Teil der taiwanischen Gesellschaft – mit allen Rechten, die daraus folgen sollen.

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„Ein Volk, das die Kolonialgeschichte fast ausgelöscht hatte, wurde gerade offiziell als Taiwans 17. indigenes Volk anerkannt."

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