Ureinwohner bekommen mehr Mitsprache beim Great Barrier Reef
18 indigene Gruppen verwalten inzwischen per Vertrag gemeinsam mit Australien das Great Barrier Reef.
Am Great Barrier Reef vor der Küste des australischen Bundesstaats Queensland übernehmen die Ureinwohner Australiens, die Aborigines, zunehmend wieder Verantwortung für den Schutz ihres angestammten Meeresgebiets. Für sie ist das Riff nicht nur ein Ökosystem, sondern Sea Country – ein traditionelles Meeresgebiet, das seit Jahrtausenden zu ihrem Leben und ihrer Kultur gehört. Insgesamt 18 Gruppen von sogenannten Traditional Owners, den traditionellen Landbesitzern, sind inzwischen an der Verwaltung des Riffs beteiligt. Möglich machen das die Traditional Use of Marine Resources Agreements (TUMRAs) – gemeinschaftliche Managementpläne, mit denen sie gemeinsam mit australischen Behörden über Nutzung und Schutz ihrer Gewässer entscheiden.
Mercy Singleton, die dem Volk der Yirrganydji angehört und Forschungsdirektorin bei der Dawul Wuru Aboriginal Corporation ist, beschreibt das Riff als „diesen wunderschönen Unterwassergarten" und wünscht sich, dass er sicher bleibt und sich erholen kann. Ihre Organisation ist eine von mehreren, die in den vergangenen Jahren schrittweise mehr Mitspracherecht über das Meeresgebiet zurückgewonnen haben.
Laut Allan Dale, Professor für regionale Entwicklung an der James Cook University, haben sich in den vergangenen 30 Jahren die Möglichkeiten der Traditional Owners, das Riff mitzuverwalten, massiv verbessert. Es gebe heute deutlich mehr ausgebildete Ranger, Planerinnen und Führungspersonen aus den indigenen Gemeinschaften als früher, sagt er. Diese wachsende Verwaltungskompetenz sei zentral dafür, dass die Gemeinschaften ihre eigenen Ziele für den Schutz ihrer Gewässer tatsächlich umsetzen können.
Auch das Welterbekomitee der UNESCO hat die Entwicklung inzwischen registriert und in einer aktuellen Entscheidung positiv gewürdigt. Fachleute und indigene Organisationen räumen zugleich ein, dass die vollständige Einbindung der Aborigines-Gemeinschaften in die Verwaltung ihrer traditionellen Gewässer noch nicht erreicht ist – Lücken bestehen weiterhin. Dennoch beschreiben sowohl Wissenschaftler als auch indigene Verwaltungsorganisationen die Fortschritte der vergangenen Jahre als bedeutend.
Die Entwicklung ist Teil eines größeren Bündels an Schutzmaßnahmen für das Great Barrier Reef, eines der artenreichsten Ökosysteme der Erde und Welterbestätte der UNESCO. Dass die Menschen, die seit Generationen mit diesem Meeresgebiet verbunden sind, nun aktiver an dessen Zukunft mitentscheiden, gilt Fachleuten als wichtiger Baustein für einen wirksameren und langfristig stabileren Riffschutz.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
So erzählst du es weiter
„Ureinwohner Australiens haben heute deutlich mehr Mitsprache beim Schutz des Great Barrier Reef – nach 30 Jahren wachsender Verwaltungskompetenz."
Magst du solche Geschichten?
Hol dir jeden Morgen eine — kuratiert, belegt, werbefrei. Kein Doomscrolling.
Weiteres aus gemeinschaft
Immer mehr Kinder weltweit schließen die Grundschule ab
Abschlussrate steigt von 87,3 % (2023) auf 88,0 % (2024) – ein neuer Höchststand
Friedensabkommen zwischen USA und Iran geschlossen
UN-Generalsekretär begrüßt Waffenstillstand und Wiedereröffnung der Straße von Hormus als kritischen Schritt zur Beendigung des Konflikts.
50 Millionen Afrikaner ans Stromnetz angeschlossen
Eine 15-Milliarden-Dollar-Initiative von Weltbank und Afrikanischer Entwicklungsbank bringt erstmals Strom zu 50 Millionen Menschen in 40 Ländern.